Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Herzogenried Rundgang der Sozialdemokraten mit Bürgern durch die Grünanlage / Teilnehmer äußern Sorgen über Zukunft

„Der Park wird stiefmütterlich behandelt“

Archivartikel

Mehr als 70 Bürger waren zu der von der SPD-Gemeinderatsfraktion und dem Ortsverein Neckarstadt-Ost initiierten Begehung des Herzogenriedparks gekommen. Geleitet wurde die Führung vom Geschäftsführer der Stadtpark Mannheim GmbH, Hans-Joachim Költzsch. „Die Vielzahl der Teilnehmer zeigt das große Interesse der Bewohner der Neckarstadt am Herzogenriedpark, der für sie Naherholungsziel und Gartenersatz ist“, sagte Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhauer.

Grobe Konzeptidee

Auch die Stadträte Reinhold Götz, Andrea Safferling und Heidrun Kämper forderten, die Bürger an der geplanten Neugestaltung des Herzogenriedparks zu beteiligen. Parkchef Költzsch berichtete: In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat wurden vor circa drei Jahren mit Unterstützung eines entsprechenden Fachbüros, Umfragen unter den Parkbesuchern und Workshops eine Bestandsanalyse, beziehungsweise Untersuchung der Situation in beiden Parks durchgeführt. „Ziel war es, ein Konzept und eine Strategie für beide Parks zu erarbeiten,“, so der Parkchef.

Für den Luisenpark liege bereits ein konkreter Plan vor. Im Mai 2017 habe der Gemeinderat beschlossen, dass der Luisenpark bis zur Bundesgartenschau zusätzlich 15 Millionen Euro erhalten soll. Für den Herzogenriedpark gebe es hingegen nur „eine erste, grobe Konzeptidee“. Angedacht seien hier künftig mehr Sport-, Bewegungs- und Spielangebote – Kosten circa zwei Millionen Euro. Dadurch würden aber die Ruheräume, wie etwa das Rosarium, nicht verringert. Erhalten bleibe auch der Bauernhof, in den jüngst 120 000 Euro investiert worden seien. Blumen hingegen spielten für die Besucher hier keine so große Rolle, so Költzsch. Deshalb seien die Hügelbeete mit Wechselflor aus Kostengründen entfernt worden.

„Doch auch wenn der Anteil derjenigen, die wegen der Blumen kommen, unbestritten geringer ist als in der Oststadt, so wünschen sich Besucher doch auch im Herzogenriedpark hier und da eine schön angelegte Rabatte,“ entgegnete Bezirksbeirätin Ursel Kravat. Die Bürger äußerten die Befürchtung, dass durch das neue Konzept der Charakter ihres Parks verändert und er ein „Touristenpark“ wird wie der Luisenpark. „Der Herzogenriedpark ist ein Juwel, ein echter Park für die Bürger“, sagte Elvira Triske.

Auch Johanna Baumgärtel gefällt der Park: „Hier muss ich nicht ständig aufpassen, dass meine Tochter nicht in ein schön angelegtes Beet tritt.“ Griseldis Lein-Backhaus fand: „Die Gastronomie sollte länger geöffnet haben und außerhalb der Parköffnungszeiten erreichbar sein.“ Eine andere Bürgerin forderte: „Neben dem Sport- und Bewegungsaspekt sollte auch die bildungspolitische Komponente in die Planungen einfließen – beispielsweise durch einen Sinnesparcours wie im Luisenpark.“

In der Neckarstadt macht man sich zunehmend Sorgen um die Anlage. „Der Park wird im Gegensatz zum Luisenpark stiefmütterlich behandelt“, klagten Bürger über „eklige Mülleimer“ und „Sanierungsbedarf an Spielgeräten und Wegen“.

Költzsch wies demgegenüber auf die schrittweise Sanierung von Wegen und Brücken hin. Der Parkchef betonte außerdem mehrfach, „dass es noch keine festen Planungen für den Herzogenriedpark gibt, dass lediglich die Ausrichtung definiert ist.“ Nun könne man gemeinsam daran gehen, ein Konzept zu erarbeiten in einem moderierten Beteiligungsverfahren mit verschiedenen Nutzergruppen, unter der Regie eines erfahrenen und bereits engagierten Fachbüros.

Das erste Treffen einer Lenkungsgruppe aus sechs bis sieben Personen hat bereits stattgefunden. Ein erster Workshop ist geplant in der ersten Oktoberhälfte 2018, ein zweiter Workshop im November 2018. Die Ergebnisse sollen im Januar 2019 vorgestellt werden.