Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Bürgermeisterin Kubala besucht Gärten

Eine Gemeinschaft im Grünen

Mit Anwohnern, Interessierten und Vertretern aus Politik und Verwaltung hat Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala drei Gemeinschaftsgärten in der Neckarstadt besucht. Die Reihe "Vor Ort im Grünen" wurde vom Fachbereich Umwelt und Grünflächen initiiert. Los ging es im Neckarstadtgarten an der Waldhofstraße, wo Leo Müglitz die Gäste über das 2014 vom damaligen Quartiermanager Hochstätt, Klaus Hasselbach, ins Leben gerufene Projekt informierte: "Hier begegnen sich Menschen aus verschiedenen Lebenswirklichkeiten, alteingesessene und neue Bürger lernen sich kennen, Junge und Alte, Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Berufen und Interessen, in verschiedenen Lebenssituationen - im Garten gibt es keine Unterschiede."

Mittlerweile kommen dort 70 bis 80 Bürger - hauptsächlich aus der Nachbarschaft - im Neckargarten mit Ableger an der Max-Joseph-Straße zusammen und kümmern sich gemeinsam um das Entstehen einer lebendigen Vielfalt. Das biete allen Beteiligten große Chancen, auf einem solchen Weg seien aber auch Probleme zu lösen. Beispielsweise der Umgang mit den "Bänkern", so nennen Müglitz und sein Kollege Matthias Siefert die Obdachlosen, die auf den Bänken im Neckargarten an der Waldhofstraße sitzen und manchmal ein Bier über den Durst trinken würden, was zu Konflikten führe. "Wir wollen die Menschen nicht verdrängen, sondern mit allen zusammen den Garten nutzen", betonten die Gärtner, die sich um ein gutes Miteinander bemühen.

Nächste Station war die "Gartenvielfalt Herzogenried", ein kleiner Gemeinschaftsgarten am Rande der Kleingartenanlage Herzogenried mit 15 Nutzern und noch mehr Interessenten. Deshalb würden Katarina Ressel und Ilse Platzmann ihren Garten gern um ein Stück entlang des Zauns erweitern. "Das ist kaum möglich - wegen des vorhandenen Baumbestandes", bedauerte Klaus Schwennen vom Fachbereich Grünflächen. Selbst Hochbeete, wie beim vierten Mannheimer Gemeinschaftsgarten auf dem Pfalzplatz (Lindenhof) seien hier wegen der Baumwurzeln schwierig.

Miteinander stärken

Dritte und letzte Station waren die HerzogenGärten. Das Gemeinschaftsprojekt von Schülern der Freien Interkulturellen Waldorfschule und Menschen aus der Nachbarschaft in der Kleingartenanlage Herzogenried hatte Michael Lapp, der frühere Quartiermanager Herzogenried, initiiert. "Es ist ein schönes Miteinander von Alt und Jung", freuten sich die beiden Gärtnerinnen Martina Stamm und Inge Kronbach.

Dadurch wurde nicht zuletzt ein brachliegender Schrebergarten in der Kleingartenanlage zu neuem blühendem Leben erweckt, berichtete der neue Vorsitzende Bernd Hartmann. Ein Beispiel, das Schule machen sollte. "Sie pflegen ein Stück öffentliches Grün und auch wenn nicht immer alles problemlos abläuft, stärken sie damit das Miteinander hier in der Neckarstadt", lobte Kubala die engagierten Gärtner. Weitere Anregungen, um die Gemeinschaftsgärten auch zukünftig als wertvolle Grünflächen zu erhalten und auszubauen, hat die Verwaltung mitgenommen.