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Herzogenried Herbststammtisch der Bürgerinitiative Centro Verde zum Thema Stadtteilentwicklung und Herzogenriedpark

Einkaufszentrum Ulmenweg wird ab Februar umgebaut

Archivartikel

Mehr als 50 Teilnehmer, darunter auch die Stadträte Ralf Eisenhauer (SPD) und Thomas Trüper (Linke) sowie zahlreiche Bezirksbeiräte, waren zum Herbststammtisch der Bürgerinitiative Stammtisch Centro Verde gekommen: Sprecher Hans-Jürg Liebert berichtete zunächst über den aktuellen Sachstand beim Einkaufszentrum (EKZ) Ulmenweg. Investor Jürgen Bettels gehe davon aus, dass in den nächsten Tagen die Baugenehmigung für den Rewe-Markt erteilt werde, so Liebert.

Im Februar soll der Bau beginnen und im Frühsommer die Eröffnung sein. Im ehemaligen VR Bank-Gebäude zieht ein Bäckerei-Café ein. Notwendig dafür seien Kurzparkplätze. Dafür wird der Döner-Imbiss abgerissen, sobald der Rewe-Markt steht. Statt fünf Bäume für die notwendige Erweiterung des Marktes nach hinten zu fällen und Parkplätze zu schaffen, sei jetzt nur noch von ein bis drei Bäumen die Rede, berichtete Liebert. „Beide Maßnahmen sollen zeitnah umgesetzt werden“, so Liebert. Im EKZ bestehen bleiben der Kiosk mit Paketannahmestelle, der Optiker und die Schülerhilfe. Einzige Vakanz sei die Apotheke. Ein Unverpackt-Laden habe Interesse angemeldet.

Auch beim ehemaligen GBG-Gebäude geht es voran. Die Alan GmbH als Investor habe mit der Entkernung begonnen, so Liebert. Im Erdgeschoss geplant ist eine Apotheke, darüber zwei Arztpraxen und darüber Betreutes Wohnen. Es soll bereits eine Kooperation mit einem großen Wohlfahrtsverband geben, sagte Liebert. „Die anderen Flächen sollen vermietet werden, aber nicht zu einem Preisniveau, wie man sich das wünscht, die Rede ist von zehn Euro pro Quadratmeter“, sagte Liebert.

„Es fehlen Planungen“

Quartiermanagerin Jennifer Yeboah berichtete von drei erfolgreichen Veranstaltungen mit Jugendlichen und Senioren im Herzogenriedpark. Die Reihe soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Außerdem konnte der Bouleplatz auf dem Gelände des MFC Phönix mit Hilfe der saniert werden. Traurig hingegen sei das Ende der Stadtteilzeitung „Herzog“. Sie soll im November zum letzten Mal erscheinen, mangels Finanzierung und Redaktionsmitarbeiter. Doch der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Herzogenried, Thomas Trüper, ist bemüht, die Stadtteilzeitung wieder aufzubauen.

Unzufrieden sind die Bürger im Centro Verde mit den Ergebnissen des Bürgerbeteiligungsprozesses zur Entwicklung des Herzogenriedparks. Während zur Attraktivierung in den Luisenpark bis 2025 circa 76,8 Mio Euro investiert werden, sollen 2019 und 2020 insgesamt nur 1,9 Millionen Euro in den Herzogenriedpark fließen (wir berichteten). „Es fehlen Planungen für die Umsetzung einer Vielzahl von Vorschlägen aus dem Bürgerbeteiligungsprozess, wie beispielsweise die Erneuerung der Aschenbahn oder die mögliche Verlegung des Wasserspielplatzes“, bemängelten die Bürger.

Am ärgerlichsten aber sei, dass der Vorschlag einer „grünen Schule“ sich im Vorschlag der Verwaltung überhaupt nicht wiederfinde – und das in einem Stadtteil, in dem viele Kinder wohnten. Stattdessen werde nur eine Sitzgelegenheit im Freien angeboten. Die Bürger wünschen sich ihren Park „alltagstauglich für Ruhe, Spielen und Speisen“ sowie verbesserte Zu- und Abgänge.

Gemacht wurden auch Vorschläge zur Entwicklung des Centro Verde. Den Anwohnern geht vor allem um die Sicherheit der Kinder. Erforderlich zur Querung der Radrennbahn sei ein Zebrastreifen. Vorgeschlagen wurden auch Parkflächen und Kübel auf der Straße, um die Raserei zu verhindern. Kritisiert wurde außerdem die Führung der Buslinie 60 durch das Wohngebiet. Problem beim Radweg Ulmenweg seien Bodenwellen und parkende Autos. Die Bürger wünschten sich auch mehr Mülleimer, einen Briekasten, eine richtige Poststelle sowie einen Hof- oder Bioladen im Quartier. Sie bemängelten außerdem die Rauchentwicklung und den Gestank durch die Kamine der Kleintierzüchter. Wiederholt kritisiert wurde der Spielplatz im Centro Verde, der vor allem kleinkindgerechter sein sollte.