Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Trauer bei den Stroseriddern / Gerhard Schuster (55) gestorben

„Er war ein Fasnachter mit Leib und Seele“

Bei der KG Mannemer Stroseridder schien die Zeit stillzustehen, und Fasnacht und das traditionelle Heringsessen waren erst einmal Nebensache. „Am Fasnachtdienstag ist ein sehr beliebtes Mitglied unseres Vereins nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Gerhard Schuster wurde nur 55 Jahre alt und war ein Fasnachter mit Leib und Seele. Er war immer da, wenn er gebraucht wurde“, sagte Leo Isele, erster Vorsitzender.

Gerhard Schuster stammte aus Ketsch. Er spielte bei der neu gegründeten Brass-Band mit und brachte sich als Organisator und Ansprechpartner für alle im Verein mit ein. „Wir waren auf dem Umzug in Waldsee mit dabei, als wir von seinem Tod erfuhren. Wir haben den Zug abgebrochen. Gerhard hinterlässt eine große Lücke“, so Isele. Doch das Heringsessen haben die Stroseridder nicht abgesagt, das sei nicht im Sinne des Verstorbenen. „Ich bin ein Fasnachtsclown, ziehe meine Maske auf, keiner kann dahinter schau’n“, sagte der Vorsitzende nach seiner Gedenkrede.

Von Taxifahrern gegründet

Traditionell huldigten die Narren Prinz Jokus, der vom 11. November bis zum Ende der närrischen Zeit unter ihnen weilte und den Ton angab. Die Karnevalsmütze musste dem schwarzen Zylinder weichen, bis zur nächsten Session. Der Name „Stroseridder“ rührt daher, dass der Neckarstädter Verein 1962 von Taxifahrern gegründet wurde.

In den vergangenen Jahren litt der Verein stark an Mitgliederschwund, sodass er vor zwei Jahren mit neuem Konzept komplett neu aufgestellt wurde. „Wir hatten nur noch acht aktive Mitglieder, wir brauchten einfach neue Ideen. Wir stellten die Brass-Band auf, die Schautanzgruppe, die Borzelgarde und die Jugend - Junioren - Garde. Nun haben wir etwa 70 Aktive dazugewonnen und fangen quasi ganz neu an“, sagte Schriftführerin Stefanie Schäfer. „Am schmutzigen Donnerstag war ich mit zwei anderen Frauen vom Verein in Köln, da war ganz schön was los. Wir waren das närrische Stroseridder-Dreigestirn.“

Die Stroseridder waren auch beim großen Umzug in Mannheim dabei - äußerst farbenfroh verkleidet als Hupfdohlen, rosa Kaninchen und Einhörner. Das Anwerben von neuen Mitgliedern hat sich offensichtlich gelohnt. „Und hier schwören wir aufs Neu’, wir bleiben unserer Fasnacht treu“, so Isele, als er die Prinz-Jokus-Figur und die „Narrekapp“ bis nächsten November wegpackte.