Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

MITTE Bach-Kantate in Melanchthon

Erlesene Musiker aus der Region

Archivartikel

Helfer und Mitglieder des Ältestenkreises trugen eine riesige brennende Osterkerze nach vorne zum Altar. „Als Zeichen für den Sieg des Lebens. Möge das Licht dieser Osterkerze die Dunkelheit vertreiben und den Menschen Hoffnung schenken“, so Pfarrerin Judith Natho in der evangelischen Melanchthonkirche. Triumphierend erhoben die Sänger ihre ausdrucksstarken Stimmen, worin die zahlreich erschienene Gemeinde mit einstimmte. Im Rahmen des Festgottesdienstes am Ostersonntag brachte der gemischte Chor der Melanchthon-Kantorei mit einem erlesenen regionalen Orchester die Bach-Kantate „Der Himmel lacht, die Erde jubilieret“ zu Gehör.

Für den Tag komponiert

In dem herausgestellten Satz „Der Himmel lacht“ waren helle weibliche Gesangsstimmen zu hören, auf die sonore Männerstimmen folgten. „Das Leben ist stärker als der Tod. Das heißt, ich darf immer wieder neu ins Leben gehen, mich dem Leben in die Arme werfen“, predigte Natho in Bezug auf Leidensweg und Auferstehung von Jesus Christus. Um den Satz „Fürst des Lebens“ der Bach-Kantate zu singen, trat Solist Daniel Starke, eine gründliche Bassstimme, auf ein kleines erhöhendes Podest – unter der Gesamtleitung von Dirigentin Christiane Brasse-Nothdurft. „Aus dem Dunkel des Karfreitags kommen wir heute zu dir Gott“, verkündete Pfarrerin Natho. Bach hatte die betreffende Kantate eigens für den ersten Ostertag komponiert.

Für den Satz „Letzte Stunde, brich herein“ durfte die junge Sopranistin Antonia Schuchardt vortreten. „Ich studiere gerade in Berlin an der Universität der Künste (UDK) und komme jetzt ins zweite Semester“, erzählte die Sängerin, die im Kinderchor der evangelischen Gemeinde Melanchthon aufgewachsen ist und einer musikalischen Familie entstammt. „In meinem Studium baue ich auf dem Wissen auf, dass ich in Melanchthon beigebracht bekommen habe. Ich singe seit meinem fünften Lebensjahr“, schilderte die 19-Jährige.

Klimawandel ein Thema

In ihrer Predigt behandelte Pfarrerin Judith Natho Themen wie weltweite Armut, militärische Aufrüstung und den Klimawandel. Darüber hinaus erzählte die Theologin von der biblischen Figur Hanna aus dem Alten Testament, die im hohen Alter unverhofft einen Sohn zur Welt brachte. Nach der Aufführung der imposanten Bach-Kantate durften sich die vielen Gottesdienstbesucher mit Brot, Wein und Traubensaft beim Wandelabendmahl stärken.