Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Herzogenried Zweiter Arbeitskreis zur künftigen Gestaltung des Parks von Bürgern gut besucht / Dritte Runde im Januar

„Erst sanieren, was marode ist“

„Dass das Thema Bildung in der Wichtigkeit beim Herzogenriedpark so weit oben angesiedelt ist“, bezeichnete Gerhard Heckmann als „bemerkenswert“. Gemeinsam mit zahlreichen Teilnehmern des Workshops in der Mensa der IGMH diskutierte das Mitglied der Aktionsgemeinschaft (AG) Herzogenried die zukünftigen Möglichkeiten der Grünanlage.

Nicht nur Sport

Es war die zweite Runde, nachdem im Oktober bereits erste Eckpunkte erarbeitet worden waren (wir berichteten). „Die Aufwertung und Sanierung des Areals sind wichtig“, betonte ebenso AG-Mitglied Waltraud Schlepps. Die Aktionsgemeinschaft Herzogenried habe sich im Mai 2018 gegründet, „weil bei den Planungen die Bürgerbeteiligung einfach vernachlässigt wurde“, wie Schlepps unterstrich. Über 300 Unterschriften habe die AG mittlerweile gesammelt. Bemängelt wird neben dem schlechten Zustand das begrenzte Angebot. „Zudem möchte die Bürgerschaft nicht, dass der Park nur als reiner Sportpark ausgebaut wird“, erklärte das Duo. Heckmann und Schlepps zeigten sich jedenfalls zufrieden, dass für den zweiten Workshop noch mehr Leute mobilisiert werden konnten als bei Durchgang eins.

Angetan vom Teilnehmerzuspruch zeigte sich gleichfalls Stefan Eckl vom Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung, das erneut als Gastgeber des Workshops fungierte. „Über 70 Personen“ hatte er gezählt. „Da der Prozess ergebnisoffen ist, können sich die Leute mit ihren Vorschlägen für die Gestaltung einbringen“, wie er veranschaulichte. Damit biete sich die Chance, Fehlplanungen zu vermeiden. Es sei ihm wichtig, möglichst viele Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

Insgesamt wurde in sechs Kleingruppen diskutiert. Es sei vor allem wichtig, zuerst die Inhalte zu diskutieren, sagte Waltraud Schlepps, „sonst ist das eine Steilvorlage für Konflikte“, warnte sie. „Wir können schließlich nicht neben der Ruhezone das grüne Klassenzimmer für Schulen verorten“, gab sie zu bedenken. „Es ist natürlich eine Herausforderung, alle Interessen zu bündeln“, hob Andrea Safferling hervor. Die SPD-Stadträtin ist selbst Mitglied im Förderverein des Herzogenriedparks. „Das ist mein Park“, erklärte sie. Hier gebe es viel Potenzial. Aber der Ausbau sei wichtig, um den Herzogenriedpark noch attraktiver zu gestalten. „Er ist eben nicht nur der kleine Bruder des Luisenparks“, betonte Safferling.

Keine Migranten dabei

Der Beteiligungsprozess sei eine tolle Sache, sagte Rolf Dieter. Das Fördervereinsmitglied findet es „nur schade, dass wir nicht an die Migrantengruppen herankommen“. Diese bildeten schließlich einen großen Anteil der Bewohner im Quartier. Er selbst gehe mit seinen Enkeln gerne in den Herzogenriedpark, „weil hier nicht so viel Rummel ist“. Mehr Betrieb wünscht er dagegen der „Gaststätte mit ihrem tollen Biergarten an der Mulithalle“. Bessere Öffnungszeiten sowie ein Zugang von außerhalb des Parks würde die Gastronomie interessanter machen. Zudem wäre es toll, wenn der Wasserspielplatz wieder aktiviert würde, hob Rolf Dieter hervor.

Rund 1,9 Millionen Euro stehen für erste Maßnahmen zur Verfügung. „Zuerst muss das saniert werden, was marode ist“, äußerte sich deshalb eine besorgte Stimme im Publikum. „Für die Auswertung der Ergebnisse benötigen wir allerdings Zeit“, erklärte Stefan Eckl zum Schluss.

Beim dritten Workshop am 23. Januar 2019, sollen erste Konzeptvorstellungen über die Zukunft des Herzogenriedparks den Teilnehmern vorgestellt werden. „Wir erwarten, dass wir von der Aktionsgemeinschaft bereits im Vorfeld des Workshops etwas Schriftliches bekommen, damit wir uns damit auseinander setzen können“, forderten Waltraud Schlepps und Gerhard Heckmann.