Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Wohlgelegen Expertenrunde diskutiert Zukunft des Quartiers

(Fast) vergessener Stadtteil?

Archivartikel

Seit neun Jahren gibt es das Quartierbüro im Wohlgelegen. Zu den Angeboten gehören Bürgersprechstunden, Stadtteilfeste, Bürgerkaffee, Aktionen für Kinder, Ein-Euro-Essen und ein Einkaufsshuttle. Das Quartierbüro selbst ist eine Kooperation zwischen dem Caritasverband, der Pfarrgemeinde St. Bonifatius und der GBG – Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft. In einer ersten Runde wurde nun über die Möglichkeiten diskutiert, wie die Zukunft dieses Stadtteils und des Quartierbüros aussehen könnte.

Zunächst einmal wurden die Probleme des Stadtteils angesprochen, wie die eingeengte geografische Lage, die Zerschneidung durch die B38 oder die Stadtbahn. Hier gibt es außerdem viele Ein-Personenhaushalte. Rund ein Fünftel der Bewohner erhält Sozialhilfe. Eine große Zahl an Migranten erschwere das Zusammenleben.

Derzeit werden nur Projekte des Quartierbüros unterstützt, die nicht länger als ein Jahr dauern. So gibt es zum Beispiel ein Eltern-Kind-Zentrum für Kinder bis zu drei Jahren. Kooperationen mit Kindergärten und Grundschulen werden von den sozialen Trägern unterstützt. Soziale und psychologische Beratung werden angeboten und schließlich ein Ferienprogramm gestaltet. Seit dem Jahr 2016 können sich Menschen regelmäßig in einem Bürgercafé treffen.

Anhand von drei Fragen wurde zunächst in drei verschiedenen Gruppen diskutiert. Für alle Projekte werden Mitstreiter unter den Bewohnern und sonstigen Akteuren gesucht und Strukturen aufgebaut. Die Ideen wurden am Ende in einer von Martin Albert, Professor an der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg moderierten Schlussrunde zusammengetragen.

Die in den Gruppen diskutierten Fragen lauteten: Was könnten die nächsten Schritte in der Quartierentwicklung im Wohlgelegen sein? Wen sehen die Bewohner als dauerhafte und wen als zeitweise Mitglieder eines neuen Gremiums? Was können Institution im neuen Gremium beitragen? Dabei kam vor allem heraus, dass Sponsoren für verschiedene Projekte gesucht werden sollten. Hierzu werde ein Beauftragter ernannt, der sich um diese Aufgaben kümmern soll.

Jugendhaus schaffen

Längerfristige Ziel ist, ein Jugendhaus zu schaffen. Für Kinder und Grundschüler gebe es ausreichend Angebote. Aber gerade diese Menschen würden verlorengehen, weil es für Jugendliche kein Angebot gebe.

Am Ende hielt Benjamin Klingler, der Projektverantwortliche für das Wohlgelegen fest, dass es einige Baustellen im Quartier gebe, die es auch schon vor zehn Jahren gab. Andere wiederum konnten gelöst werden. Aber auch neue kamen hinzu. „Ich habe jedenfalls genug Arbeit mitgenommen“, stellte Klingler am Ende fest.