Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Viel Regen bei Feier in Max-Joseph-Straße

Fest der Toleranz

Gemütlich über das Fest schlendern. Da und dort einen Kuchen essen oder ein Getränk zu sich nehmen und sich an den verschiedenen Ständen informieren – so kennt man das Max-Joseph-Straßenfest eigentlich. Aber in diesem Jahr war es doch ein wenig anders. Denn das nasskalte Wetter machte den Organisatoren des Festes doch einen Strich durch die Rechnung. Die Veranstaltung, fand in diesem Jahr zum 27. Mal statt. Es dauerte diesmal etwas länger, bis sich die ganz Verwegenen auf eine der Bänke oder an die Tische setzten.

Ehrenamtlich für guten Zweck

1993 war das Fest von der „Stadtteilinitiative gegen Fremdenfeindlichkeit in der Neckarstadt“ ins Leben gerufen worden. Das Fest steht für Toleranz und gute Nachbarschaft – gegen Diskriminierung, Hass, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit, so Bernd Göttel, einer der Verantwortlichen, die diese Initiative tragen. Der Slogan „Vielfalt statt Einfalt“ sei immer noch aktuell.

Ausgangspunkt des ersten Festes im Mai 1993 waren fremdenfeindliche Ausschreitungen an vielen Orten der Republik. Hoyerswerda, Mölln und andere Städte nahmen eine Reihe von Neckarstädtern zum Anlass, zu zeigen, dass es hier anders zugeht. Damals wurde die Idee geboren, gemeinsam ein Fest zu feiern, echte Nachbarschaft zu leben und mit dem Erlös Gutes zu tun. Auch nach 27 Jahren lebt diese Idee immer noch weiter. Alle Künstler und Mitwirkenden verzichteten für den guten Zweck auf ihre Gage. Mehr als zehn Ehrenamtliche sorgten für einen reibungslosen Ablauf dieses interkulturellen Festes.

Das allseits beliebte Kinderprogramm eröffneten die Zirkusgruppen Aladin, Trolori und Neckarstadt Kids. Auf der Bühne stand das Kindertheater von der Theaterakademie Neckarstadt. Das Mitmachprogramm gestalteten die Falken, Pfadfinder St. Bernhard und das Jugendhaus Erlenhof. Das Torwandschießen organisierte Doppelpass. „Vielleicht hätten wir in diesem Jahr Glühwein statt Caipirinha verkaufen sollen“, meinte ein Mann, der am Stand von Abya Yala für die Getränke zuständig war.