Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Initiative gegen Extremismus an der Marie-Curie-Realschule gestartet / Ausstellung der Stiftung Weltethos als Auftakt

Gemeinsames suchen statt sich abzugrenzen

Mit dem bekannten Song „Human“ von Rag’n’ Bone Man, kraftvoll gesungen vom Neuntklässler Eand Kosumi, begann die Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ an der Marie-Curie-Realschule. Die Schüler können sich in den kommenden Wochen auf 15 Tafeln über die faszinierende Welt der Religionen informieren.

Ziel der Wanderausstellung der Stiftung Weltethos ist, den Jugendlichen zu vermitteln, dass die Weltreligionen und philosophischen Traditionen trotz ihrer Verschiedenheit gemeinsame Werte und ethische Maßstäbe teilen. Dadurch will man Verständnis und Austausch zwischen den Kulturen fördern. Die Ausstellung ist Bestandteil der Initiative „Achtung?!“, eines Präventionsprojekts gegen Extremismus und Radikalisierung an Schulen, das 2015 durch das Polizeipräsidium Ludwigsburg ins Leben gerufen wurde. Bis Mitte 2018 wurde es in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen erfolgreich realisiert und soll nun landesweit angeboten werden. Die Marie-Curie-Realschule ist die erste Schule, an der das Projekt durchgeführt wird.

Respektvoller Umgang erwünscht

„Wir waren sofort dabei, als die Schule gefragt wurde, ob sie in Mannheim als erste dieses Präventionsprojekt umsetzen möchte“, so Schulleiter Hendrik Tzschaschel in seiner Eröffnungsrede. „Ob auf der Arbeit oder hier an der Schule müssen wir zeigen, dass wir respektvoll miteinander umgehen. Das ist auch in unserem Schulvertrag verankert. Die Schüler können in der Ausstellung eine gemeinsame Botschaft der Religionen wahrnehmen und Anregungen mitnehmen, selbst interkulturelle Begegnungen zu fördern.“

Auch Martin Boll, Leiter des Referats Prävention des Polizeipräsidiums Mannheim, wies in einem Grußwort auf die Forderung nach Nächstenliebe als zentrale Gemeinsamkeit der Weltreligionen hin und betonte seine Freude über die Kooperation: „Wir als Polizeipräsidium verfolgen neben den Themen Gewaltprävention, Suchtprävention und Mediensicherheit auch die Verhinderung von religiös motiviertem Extremismus intensiv. Wir freuen uns daher, dass wir gemeinsam mit der Marie-Curie-Realschule ein weiteres wertvolles Projekt in Mannheim realisieren können.“ Ergänzend zur Ausstellung findet in den neunten Klassen eine interaktive Theateraufführung des Theaters Q-rage statt, das den Schülern anhand der Lebensgeschichte zweier Jugendlicher exemplarisch Radikalisierungsverläufe aufzeigt. Auch Infoveranstaltungen für Eltern und Lehrkräfte stehen auf dem Plan.

Junge Menschen dazu anzuleiten, jeder Kultur und Religion mit Respekt zu begegnen, ist seit Jahren fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit der Realschule und im Leitbild verankert. Dafür arbeitet sie eng mit Religionsvertretern unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammen. So lädt die Schule ihre Schüler seit rund 20 Jahren zu einer „multireligiösen Morgenfeier“ ein, die im Winter in einer Kirche und im Sommer in einer Moschee stattfindet und gemeinsam von einem Pfarrer und einem Imam gestaltet wird. Auch islamischer Religionsunterricht wird an der Schule angeboten.

„Die Ausstellung ist ein weiterer Baustein in unserem ganzheitlichen Ansatz zur Förderung interkultureller Kompetenzen“, erklärt die ehemalige Rektorin der Schule, Daniela Götz. „Die Schüler sollen erkennen, dass Toleranz und Respekt sich ganz selbstverständlich wie ein roter Faden durch das Miteinander an unserer Schule ziehen.“