Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Herzogenried/Wohlgelegen/Turley Stadtteilversammlung für Kinder und Jugendliche / Kommunalpolitiker hören Kritik zu schmutzigen Plätzen und zu hohen Büschen

Größter Wunsch: Saubere Spielflächen

Wie stellen sich Kinder und Jugendliche ihre Stadtteile vor? Was fehlt und was braucht man gar nicht? Bei der Stadtteilversammlung des „68DEINS! Kinder- und Jugendbüros“ im Jugendhaus Herzogenried nutzten mehr als 50 Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre Themen und Anliegen den anwesenden Lokalpolitikern vorzustellen. Im Vorfeld hatten Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros mit der Stadtteiljugend in verschiedenen Foren über deren Wünsche und Vorstellungen gesprochen.

Die Treffs fanden statt bei der Schulkinderbetreuung der Caritas im Wohlgelegen, in der Käthe-Kollwitz-Schule, im Hort des Kinderhauses Herzogenried, im Jugendhaus Herzogenried und im Wohnprojekt SWK auf Turley. Mit den erarbeiteten Präsentationen versuchten die jungen Menschen jetzt bei der von Stefan Salewski von „68DEINS“ geleiteten Stadtteilversammlung, die Politiker für ihre Anliegen gewinnen.

Scherben, Zigaretten, Hundekot

Problem im Herzogenried und im Wohlgelegen ist die Verschmutzung der Spielplätze durch Scherben, Zigaretten und Hundekot. Das gleiche Problem gibt es auf dem Schulhof und der Wiese bei der Käthe-Kollwitz-Schule. Niklas, Leon, Svea und Lara bemängelten zudem, dass es sowohl auf den Spielplätzen als auch auf dem Schulgelände der Käthe-Kollwitz-Schule und beim Hort des Kinderhauses Herzogenried zu wenig Spielgeräte für größere Kinder gibt. Die 14-jährige Marigona und andere Besucher aus dem Jugendhaus Herzogenried wünschten sich „mehr Licht“ im Bereich zwischen Sandgewann und der Integrierten Gesamtschule Mannheim Herzogenried (IGMH). Außerdem ängstige sie das hohe Gebüsch an der Carl-Zuckmayer-Straße.

Die Jugend auf Turley wünschte sich, bei der Spielplatzgestaltung mitreden zu dürfen. Die Stadtteiljugend kritisierte zudem, dass es im Herzogenriedbad nur eine Rutsche gibt. Außerdem sei das Wasser in den Schwimmbecken „zu dreckig“. Am Herzogenriedpark wurde bemägelt, dass es dort zu wenige Toiletten gebe, die zudem nicht selten verdreckt seien. Außerdem fanden sie, die Trampolin-Nutzung dort sei zu teuer und sollte kostenlos sein.

Aber die Jugend dachte nicht nur an sich, sondern auch an die Obdachlosen in den Stadtquartieren. Für diese vor allem im Winter notleidenden Menschen wollen die Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule am 17. März von 13 bis 16 Uhr im Naturfreundehaus einen Kinderflohmarkt veranstalten, unterstützt von ihren Lehrern, von Quartiermanagerin Jennifer Yeboah und vom Förderkreis der Stadtbibliothek. Das imponierte den Lokalpolitikern.

Die Stadträte Heidrun Kämper (SPD), Reinhold Götz (SPD), Dirk Grunert (Grüne) und Thomas Trüper (Linke) sowie die Bezirksbeiräte Hans Georg Dech (SPD), Dennis Ulas (Linke) und Johannes Schuler (Grüne) hörten der Stadtteiljugend aufmerksam zu. Sie versprachen, sich gemeinsam mit den Kindern die Außengelände an der Käthe-Kollwitz-Schule und beim Kinderhaus Herzogenried anzuschauen und mit Schülern, Lehrern und Erziehern zu überlegen, wie diese attraktiver gestaltet werden können. Sie sicherten auch den Kindern auf Turley zu, dass sie bei der Gestaltung des Spielplatzes einbezogen werden. Außerdem wollen sich die Kommunalpolitiker bei der Stadt nach den Reinigungsintervallen für die Spielflächen erkundigen und auf ein besseres Schneiden des Gebüschs zur Sicherheit der Kinder hinwirken.

Zur Beleuchtung erklärten die Stadträte, die Stadt sei dabei, die alten Laternen gegen neue LED-Leuchten auszuwechseln. Der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Jan Sichau, versprach, die Anliegen der Kinder und Jugendlichen bei den Sitzungen der angeschlossenen Verbände zu thematisieren, um ihren Wünschen auch Nachdruck zu verleihen.