Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt-Ost Flohmärkte bekommmen immer mehr Zulauf / Standort auch erstmals an der Neckarpromenade

Hof-Geschäfte stärken Nachbarschaft

Gebrauchte Bücher, Möbel oder Kleidungsstücke in allen Facetten und Farben konnten die Besucher im Rahmen des Tags der Hofflohmärkte in der Neckarstadt zu kleinen Preisen erwerben. Die Idee zu dieser Veranstaltung geht auf Christin Fuchs zurück. Bereits im April diesen Jahres hatte sie die Nachbarschaft in der Neckarstadt-Ost für das Gemeinschaftsprojekt geworben. "Eigentlich wollten wir nur einen Garagenflohmarkt organisieren, haben uns aber schnell dazu entschlossen, ein richtiges Event daraus zu machen", wie Christin Fuchs verriet. Bei der Premiere im vergangenen Frühling waren so rund 60 Höfe zusammengekommen.

Nachwuchs verdient Geld

"In diesem Herbst sind es doppelt so viele, weil wir die Veranstaltung auf die Neckarstadt-West ausgeweitet haben", erzählte Fuchs. Auf der Neckarpromenade bot sich zudem die Möglichkeit für Flohmarktverkäufer, die über keinen eigenen Hof verfügten, einen Stand zu mieten. Einen weiteren Anlaufpunkt für Spaziergänger bildete die Max-Joseph-Straße, wo zahlreiche Bewohner ihre Waren ausgebreitet hatten. Christin Fuchs und ihr Mann Sven verkauften gemeinsam mit ihren beiden Kindern Waffeln in der Uhlandstraße. Der Nachwuchs verdiene damit Geld für eine Planpatenschaft. "Das Geldverdienen an sich steht aber nicht im Vordergrund", erklärte Christin Fuchs. Die Nachbarschaft rücke durch eine solche Veranstaltung näher zusammen. Das sei gut für das Lebensgefühl im gesamten Quartier.

Das sieht auch Carmen Rendl so. Die Inhaberin des Ladens "zweiachtel - heiter bis wolkig" zeigte sich zufrieden mit der Besucherfrequenz. "Ich bin hier zum ersten Mal dabei." Das Geschäft für Wohnaccessoires gebe es seit Febraur 2014. "Uns bringt diese Festivität natürlich auch neue Kunden und wir werden dadurch bekannter", ist Rendl überzeugt. Darüber hinaus sei es schön, dass der Stadtteil lebendiger werde, wie sie unterstrich. Viele Leute auch von außerhalb des Quartiers nutzten die Gelegenheit, in der Neckarstadt vorbeizuschauen. Auch Kati Beil freute sich über den großen Publikumszuspruch an diesem Tag. Gemeinsam mit Anwohnern und Freunden hatte sie gleich neun Stände aufgebaut. "Wir haben so viele Sachen und gehen selbst gerne auf Flohmärkte", meinte die Neckarstädterin. "Dass es so voll wird, hätten wir allerdings nicht gedacht."

Einen Hauseingang weiter konnte sich auch Arno Blankart nicht über mangelnden Absatz beklagen. Ein Flohmarkt direkt vor der Haustür sei schon sehr praktisch, hob er hervor. Vor allem CDs gingen gut. Am Ende bekomme man darüber hinaus immer etwas los, womit man gar nicht gerechnet hatte. Außerdem schätze er das sehr angenehme Besucherpublikum. Irma Frantzke war an diesem Nachmittag extra über den Rhein gekommen. "Ich habe in der Neckarstadt meine Kindheit verbracht", erzählte die Seniorin. Damals habe es noch einen starken Zusammenhalt in der Nachbarschaft gegeben und jeder kannte jeden. Es sei schön, nun zu sehen, wie in der Neckarstadt auf dem Tag der Hofflohmärkte eben diese Herzlichkeit wieder verströmt werde.