Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Gottesdienst für kleine Leute in evangelischer Melanchthonkirche

In der Kirche wohnt ein lustiges Nagetier

Archivartikel

Um die Kinder mit der Institution Kirche vertraut zu machen, dass im irdischen Alltag Gott und Jesus allgegenwärtig sind, dafür findet in der evangelischen Melanchthonkirche in der Langen Rötterstraße regelmäßig ein spezieller „Gottesdienst für kleine Leute“ statt. Diesmal stand der nachmittägliche Gottesdienst, an dem wieder viele Eltern mit ihren Sprösslingen teilnahmen, unter dem Motto „Amalia, die Kirchenmaus“. Als Vertretung für die verhinderte Pfarrerin Judith Natho führte Vikarin Michaela Schmittberg durch den Gottesdienst.

Vom Kern der Sache

Nachdem die Besucher zusammen das Lied „Guten Tag, ihr seid willkommen“ gesungen hatten, unterstützt durch Keyboarderin Ulrike Bast, holte Stefanie Brozda, die ehrenamtliche Leiterin des Kindergottesdienstes, eine lustige Stoffmaus namens Amalia hervor, die angeblich als Untermieterin in der Melanchthonkirche haust. „Die hat schon viele Krabbelgottesdienste mitgemacht“, erzählte Helferin Stefanie Brozda den Mädchen und Jungen.

Da wenige Tage zuvor Erntedankfest gefeiert wurde, lagen auf dem geschmückten Altar etliche Obst- und Gemüsesorten, weshalb Rednerin Brozda in Bezug auf einen Apfel metaphorisch das irdische Wachstum den Zöglingen kindgerecht vermittelte. „Wenn man den Apfelkern in die Erde steckt, bekommt der Kern ganz viel Kraft. Es bricht ein grüner Keim aus der Schale und bekommt Wurzeln“, erläuterte Brozda. Diese Kraft stamme von der Macht des lieben Gottes im Himmel. Mit etwas Geduld schieße bald ein Baum aus der Erde in die Höhe. „Aus etwas Kleinem entsteht etwas Großes. Wie aus euch kleinen Leuten irgendwann große Leute werden“, schilderte Erzählerin Stefanie Brozda eindringlich.

Nach einem Gebet sang der Kindergottesdienst die Lieder „Du hast uns deine Welt geschenkt“, „In meinem kleinen Apfel“ und „Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt“. Anschließend bildeten die Heranwachsenden einen Kreis um den Altar. Nebenbei weckte Vikarin Schmittberg bei den Mädchen und Buben etwas Vorfreude auf die in wenigen Wochen beginnende Weihnachtszeit.

Seit zwei Jahren arbeitet Michaela Schmittberg, die gebürtig aus Berlin kommt, als Vikarin in der evangelischen Melanchthongemeinde. „Meine Ausbildung geht noch ein Jahr, da ich ein Jahr lang Elternzeit gemacht habe“, erklärte die Theologin, die Mutter einer zweijährigen Tochter namens Greta ist.

Alle zwei Monate

Inhaltlich variiere der Gottesdienst für kleine Leute ständig, der für gewöhnlich alle zwei Monate stattfindet. „In diesem Kindergottesdienst soll etwas passieren, was die Kinder mögen“, berichtete Vikarin Schmittberg. An dem Gottesdienst nahm auch Samanta Statello mit ihrem vierjährigen Sohn Gianluca teil. „Mir gefällt, dass die Kinder hier zum Kennenlernen in Berührung mit der Kirche kommen, darum besuchen wir öfter den Gottesdienst für kleine Leute“, erklärte die 38-jährige Mutter. hfm