Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt-Ost „Flautento“ begeistert in der Melanchthonkirche

Jubilierende Töne erfüllen den Kirchenraum

Riesenbeifall für „Flautento“: Ein musikalisches Feuerwerk und beste Unterhaltung bot das Querflöten-Ensemble in der Melanchthonkirche. Das fein ausgesuchte Programm mit Musik aus vier Jahrhunderten bereicherte Kirchenmusikdirektorin Christiane Brasse-Nothdurft mit erläuternde Texten. „Flautento“ – bestehend aus zehn Querflötenspielerinnen von der Piccoloflöte bis zur Kontrabassflöte – verzauberte die Musikfreunde in der voll besetzten Kirche mit virtuosem Können und viel Gefühl.

Feurig und fetzig

Die Musikerinnen aus verschiedenen Teilen Baden-Württembergs und aus Rheinland Pfalz brannten ein Feuerwerk der Musik ab – unter anderem mit Werken von Bach, Mendelssohn und Rutter – feurig, fetzig und mit Flötencharme. Dieses Feuerwerk schillerte mit vielen Klangfarben und Musikstilen, mit denen die Musikerinnen auf Flöten der unterschiedlichsten Baugrößen technisch höchst virtuos, makellos intonierend und subtil musizierend glänzten. In einen Begeisterungstaumel versetzte das Ensemble die vielen Besucher der Matinée schon mit dem Eingangsstück: „Celebratio“, mit Pop-Touch serviert vom berühmten Karl Jenkins, ließ das Ensemble mit Gänsehautfaktor erklingen. Da kamen sowohl Klassik- als auch Popmusikfreunde voll auf ihre Kosten.

Thema aller aufgeführten Werke war das „In dir ist Freude“: Die Motette „La Mantouana“ von Viadana kam energiegeladen daher. Eine Komposition von großer Schönheit ist ferner die Suite „Ma mère l’oye“ von Maurice Ravel. Das absolut perfekte Zusammenspiel der zehn Flötistinnen, das auf einer äußerst soliden Atemtechnik fußte, führte auch bei „Le chateau hanté“ von Nicolas Avinée zu einer stupenden Präzision. Perfekte Technik in jeder erdenklichen Hinsicht ist in diesem Ensemble selbstverständlich.

Ein Stück Mendelssohn Bartholdys stand nun auf dem Programm. Die mit „Italienische“ untertitelte Sinfonie vermittelte denn auch die einem Italiener gern zugeschriebene Leichtigkeit und Lebensfreude. Mit intensiver Konzertration, äußerster Hingabe und viel Gefühl intonierten die Flötistinnen den fröhlichen „Canzon Septimi Toni a 8“ von Giovanni Gabriel. Es folgte kontrastierend Bachs „Bist Du bei mir, geh ich mit Freuden“, eine der ergreifendsten Kompositionen der Musikgeschichte.

Die Musikerinnen um Anke Palmer bewiesen mit ihrem Spiel erneut den künstlerischen Anspruch, dem sie sich über das einfache gemeinsame Musizieren hinaus verschrieben haben. Volkstümliche Klänge folgten mit zwei Sätzen aus John Rutters „Suite on English Folktunes“. Mit Gustav Holsts Jupiter „Der Bringer der Freude“ – ein Tanz der Lebensfreude in dessen Zentrum ein altes englische Volkslied steht - verabschiedete sich „Flautento“ von den begeisterten Zuhörern. Doch ohne Zugabe durften die Musikerinnen nicht gehen. Es war eines der beeindruckendsten Konzerte, die das Mannheimer Publikum in den vergangenen Jahren erleben konnte. So gut gelaunt ging ein Publikum selten nach Hause.