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Neckarstadt Neue Kunstausstellung im betreuten Wohnen der Theodor-Fliedner-Stiftung auf Turley

Kunst in fröhlichen Farben

„Nicht zuletzt ist es uns wichtig, unser Haus auf kultureller Ebene zu öffnen.“ Das sagte der Betriebsleiter des betreuten Wohnens der Theodor-Fliedner-Stiftung in der Fritz-Salm-Straße, Thomas Seifert, bei der Vernissage einer Kunstausstellung. Diese reicht über fünf Stockwerke. „Wir wollen das Haus auch für Ausstellungen nutzen“, so Seifert weiter.

Bereits im vergangenen Jahr zeigte eine Fotoausstellung unter dem Titel „Goodbye GI“ Momentaufnahmen des Lebens auf diesem Areal – sei es militärisch oder zivil. Dran schloss sich die Sammlung „Impressionen aus Sri Lanka“ von Yvonne Sievers an. Nur einen Tag nach deren Ende eröffneten die beiden Künstler Jutta Neuhaus und Veronika Licher ihre gemeinsame Ausstellung, die über alle Stockwerke des Hauses reicht. Die Zwei hatten schon mehrfach zusammen ausgestellt, zuletzt im Kulturpalast der alten Schule in Rimbach. „Deshalb konnten wir auch jetzt erst ins Fliedner-Haus kommen. Die Künstler haben sich vor Jahren eher zufällig kennengelernt, erzählen sie. Dabei sei herausgekommen, dass sie auch dieselben Materialien verwenden.

Sie arbeiten mit Gouachen, mit grob vermahlenen Pigmenten, die mit Kreide versetzt werden. Als Bindemittel wird bei diesen Farben Gummi arabicum verwendet. „Damit vereint diese Kunst die Eigenschaften der Aquarellfarbe und der Ölfarbe“, erzählt Licher, die allerdings auch einige Aquarelle und Acrylbilder ausstellt.

„Ich habe versucht, mich an die ganz unterschiedliche Situation hier im Haus anzupassen. Dadurch kommen auch andere Materialien, auch aus anderen Schaffensperioden zum Einsatz“, ergänzt sie, die auch schon in Neuseeland und China zur Kunstschulung weilte – anders dagegen Neuhaus. Während die Gouachen und Tuschebilder von Licher also zumeist aus Bewegungsimpulsen heraus entstehen, sind die Bilder von Jutta Neuhaus genau geplant, durchstrukturiert und exakt ausgeführt. Die Gegensätze erzeugen eine interessante Spannung, zumal beide häufig die gleichen Materialien verwenden. „Irgendwann habe ich einmal Streifen in meine Bilder gebracht. Nun machen mir diese auch in ihren Farbabstufungen Spaß.“

Die Kunst der Gouachen sei erst im 15. Jahrhundert von großen Malern entdeckt worden. Berühmte Vertreter der moderneren Gouachemalerei seien Henri Matisse, Marc Chagall oder Otto Müller, berichtet Neuhaus. Die Malerei komme ihr gelegen, da die Farben immer wieder neu gemalt werden können, ohne ihre matte Kraft zu verlieren.