Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Popchor präsentiert am Freitag „Chess“ / Leiterin Christiane Brasse-Nothdurft hört Mitte 2020 auf

Letztes Musical zum Ausklang

Archivartikel

Langsam aber sicher beginnen die Abschiedstouren, auch wenn sich das in Mannheimer Musikkreisen und in der Neckarstadt kaum einer vorstellen mag. Nächstes Jahr, am 30. August 2020, endet die Ära von Musikdirektorin Christiane Brasse-Nothdurft (Bild) in Melanchthon. Sie geht in den Ruhestand.

Zuvor lädt der von ihr vor 16 Jahren gegründete Popchor Mannheim Neckarstadt, Teil der Melanchthonkantorei, am kommenden Freitag zur Premiere von „Chess“ ein – der letzten Musical-Aufführung unter ihrer Leitung. Die quirlige, temperamentvolle Musikerin – im Übrigen die erste Frau in der evangelischen Landeskirche Baden, die zur Kirchenmusikdirektorin ernannt wurde – hatte den Chor 2003 in der Neckarstadt-Ost gegründet. Zunächst war es ein reiner Mädchenchor, der bei Gottesdiensten und an Weihnachten in der Melanchthonkirche sang. Später, als sie das Musical „Grease“ aufführen wollten, waren auch Männerstimmen mit dabei. Seit 2009 singen ziemlich konstant 25 Frauen und Männer zwischen 18 und 35 Jahren aus Mannheim und Umgebung im Popchor.

Zahlreiche Hits

Neben den Weihnachtskonzerten, bei denen Gospels und Popsongs erklingen, machten speziell die Musicalaufführungen, die alle zweieinhalb Jahre stattfinden, den Popchor über Mannheims Grenzen hinaus bekannt. Zudem singt der Chor in Jazz-Gottesdiensten der Melanchthonkirche und im Gottesdienst der JVA. Die Christmas Concerts (alle 1 bis 2 Jahre) haben inzwischen Kultcharakter. Zum 15-jährigen Bestehen des Popchors im vergangenen Jahr gab es für die vielen Fans eine Auswahl aus früheren Produktionen – wie „Grease“, „Hairspray“, „Footlose“ und „Fame“ zu hören. Erstmalig unterstützte den Chor dabei nicht nur eine Band, sondern es kamen auch klassische Blasinstrumente hinzu, wie Flöte, Oboe, Klarinette, Trompete, Horn und Posaune – also ein richtiges Musicalorchester. Insgesamt ist „Chess“ das fünfte Musical, das die in Herford/Westfalen geborene Chorleiterein auf die Bühne bringt.

Am Freitag, 8. März, folgt nun die letzte Produktion unter der Leitung von Christina Brasse-Nothdurft. Um 20 Uhr treten die jungen Sänger im Melanchthonhaus in der Lange Rötterstraße 31 vor ihr Publikum. Die Geschichte dreht sich um die Konkurrenz zweier Schachspieler, von denen einer Russe und der andere US-Amerikaner ist. Hintergrund ist die Schach-WM 1972 in Island.

Das Geschehen wurde allerdings an andere Orte verlegt – „ein Schach-Duell als Politthriller, in dem auch Liebe und Eifersucht, Neid und der Kalte Krieg mitspielen“, sagt Chorleiterin Christiane Brasse-Nothdurft. Das damalige Zeitgefühl kommt in zahlreichen Hits wie beispielsweise „One Night in Bangkok“ und „I Know Him So Well“ zum Ausdruck. Komponiert wurde die Musik von Mitgliedern der Popgruppe ABBA. Regie führt Thomas Nauwartat-Schultze. Die Besucher „erleben eine dramatische Story, tolle Sängerinnen und Sänger und ein richtiges Musical-Orchester“, verspricht Brasse-Nothdurft und lädt alle zum Besuch ein.

Karten und weitere Aufführungen

Karten gibt es unter christiane.bn@ekma.de, im Pfarramt Neckarstadt, Tel. 0621/33 28 89 oder bei Lufticus, Tel. 0621/339 11 27. Weitere Aufführungen sind am 9., 10., 15. und 16. März, Freitag und Samstag jeweils 20 Uhr, sonntags 17 Uhr. Der Eintritt kostet 19, ermäßigt 13 Euro.