Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt-Ost Prävention für Senioren im Treffpunkt

Masche von Dieben auf die Schliche kommen

Im Treffpunkt Neckarstadt Ost hatten Senioren einen Nachmittag lang die Möglichkeit, sich über Maschen von Dieben zu informieren und sich von Polizeioberkommissar Stefan Ebert vom Revier Mannheim-Neckarstadt wertvolle Tipps zu holen. „Die Polizei beginnt mit der Prävention im Kindergartenalter. Oft haben Kinder Angst vor der Polizei, da die Eltern drohen, dass wir kommen, wenn die Kinder nicht auf sie hören. Das ist nicht sehr produktiv, die Kinder sollen uns vertrauen“, sagte Ebert. Oft führe der Weg zu den Senioren sogar über die Enkel, denn diese berichten ihren Großeltern, was sie von der Polizei an Infos bekommen haben.

Der Kommissar begann mit einem Klassiker: Es klingelt an der Tür, dort stehen Frauen, die gebrochen Deutsch sprechen und ein Glas Wasser verlangen. Besonders gemein wird es, wenn sie ein schreiendes Baby dabeihaben. „Den Kindern werden Schmerzen zugefügt, um Mitleid zu erregen. Sie dürfen unter keinen Umständen jemanden hineinlassen. Eine Person lenkt Sie ab, die zweite schleicht in die Wohnung und sucht nach Wertsachen.“ Die Diebe rufen sogar unter der Nummer 110 bei Leuten an, bitten sie, ihre Wertsachen zusammenzusuchen, da „Verbrecher unterwegs sind“. Verkleidete Polizisten mit einem gefälschten Dienstausweis rufen unter einem Vorwand ein echtes Polizeiauto, das vor dem Haus parkt – und die Täuschung ist perfekt. Ebert riet den anwesenden Frauen, kritisch zu sein und sich den Ausweis, der spezielle Details aufweist, genau anzuschauen. Zu diesem Zweck ließ er seinen Dienstausweis durch die Runde gehen. Auch als Handwerker getarnt sind die Diebe oft unterwegs. Sie möchten dann in die Wohnung gelassen werden, um beispielsweise die Rauchmelder zu überprüfen. „Besonders dreiste Diebe laufen den ganzen Tag im Blaumann durchs Treppenhaus, und wenn sie jemanden treffen, fragen sie, ob sie kurz in die Wohnung können, wegen des Wassers.“

Riegel, keine Kette

Ebert empfahl zusätzlich, einen Riegel – keine Kette – an der Wohnungstür anzubringen. Die Besucherinnen, alle wohnhaft in der Neckarstadt, hatten auch die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen zu berichten, wie sie beispielsweise Augen und Ohren offen und Türen geschlossen halten, wenn sich eine Person in ihrer Straße verdächtig macht, indem sie sich „genauer umschaut“.

Ein beliebtes Ziel von Trickdieben sind Damen-Handtaschen. „Besonders an Markttagen, also Dienstag, Donnerstag und Samstag, werden besonders viele Geldbörsen gestohlen. Das liegt daran, dass man auf dem Markt bar zahlt und daher mit mehr Bargeld unterwegs ist.“ Und für Handtaschen gilt: Am besten eine besorgen, die zusätzlich eine Innentasche mit Reißverschluss hat. Einen kriegen die Diebe in Sekundenschnelle auf, bei zweien würde es zu lange dauern. kge