Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt-West Bezirksbeiratssitzung zur Lokalen Stadterneuerung (LOS) und zur Zukunft des Alten Meßplatzes

Mehr Beteiligung der Bürger vor Ort gefordert

Archivartikel

Zu Beginn der von Bildungsbürgermeister Dirk Grunert geleiteten Bezirksbeiratssitzung Neckarstadt-West berichtete Achim Judt von der Steuerungsgruppe Lokale Stadterneuerung (LOS) Neckarstadt-West über den Stand der Dinge. Von den Bezirksbeiräten begrüßt wurden die bereits erfolgten und geplanten Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Neugestaltung des Neckarvorlandes und des Neumarktes, ebenso die Ansiedlung der Bürgerdienste in der Mittelstraße sowie der erfolgte Ankauf und Sanierung von zehn Häusern durch die GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH. Dagegen sorgte die geplante Neueröffnung eines Gastronomiebetriebes „La Baracca“ am barrierefreien Zugang zum Neckarvorland Ecke Damm-/Alphornstraße für Ärger bei den Bürgern.

Sie seien „eh schon lärmgeplagt“ durch Veränderungen im Neckarvorland und den starken Verkehr auf der Dammstraße, sagten Anwohner. Sie bemängelten „fehlende Bürgerbeteiligung und dass die Stadt nichts unternimmt gegen Lokale, die bis vier, fünf Uhr in der Nacht geöffnet haben“. Außerdem forderte Stadtrat Markus Sprengler (Grüne), bei Planungen auch die Akteure vor Ort mit einzubeziehen.

Diskutiert wurde auch das Thema Mobilität: Zwar hatte Judt erklärt, dass die Deutsche Bahn zugesagt habe, sich um eine Verbesserung der Zugänglichkeit und Optik beim S-Bahn Haltepunkt Neckarstadt-West zu „kümmern“. Doch der unschöne Zustand dauere schon viel zu lang an, bemängelten die Bezirksbeiräte Roland Schuster (Linke) und Christiane Sobel (SPD). Zum Vorschlag, einen weiteren Parkplatzes beim Marchivum zu schaffen, um das Gehwegparken zu verhindern, erklärte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Meier, er lehne eine weitere Versiegelung und Parkraumbewirtschaftung ab.

Kritik übten die Schulleiter Peter Deffaa (Neckarschule) und Andreas Baudisch (Humboldt-Grundschule) am Campus Neckarstadt-West, der am Montag kommender Woche (17. Februar) starten soll. Das Projekt, das durch das Ministerium für Soziales und Integration und durch die Rotarier gefördert wird, ist vorgesehen für zunächst 30 Schulkinder mit Mittagessen, Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung, „Das Projekt wäre toll, wenn es gut gemacht und sorgfältig geplant ist“, meinten die Pädagogen. Doch im Moment sei noch vieles unklar.

Stadtrat Reinhold Götz (SPD) wollte außerdem wissen, wann die Sanierungsarbeiten beim Kaisergarten beginnen und wann dieser genutzt werden könne. Dazu erklärte Judt: „Nach den Sommerferien sollen die Bauarbeiten beginnen – geplante Fertigstellung Mitte 2021.“

Planungen laufen

Ein weiterer Tagungsordnungspunkt war die Zukunft des Alten Meßplatzes. Die Idee des Leibniz-Instituts der Deutschen Sprache (IDS), auf der südlichen Platzhälfte ein „Forum der deutschen Sprache als Ort der Begegnung und des Erlebens mit Museum – Werkstatt – Archiv“ zu errichten, wurde von den Bezirksbeiräten und Stadträten begrüßt. Projektleiterin Elena Schoppa erläuterte: Durch die Absichtserklärung einer namhaften Stiftung in der Region im Jahr 2018, den Bau zu fördern, sei das Projekt „ins Rollen gekommen“. Die Planungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Nach Grundstücksüberlassung durch die Stadt (2020) könnten dann Architektenwettbewerb und Bauvorbereitung 2022 erfolgen. Nach den bisherigen Überlegungen seien im Kernbereich neben einer Dauer- auch Sonderausstellungen vorgesehen. Außerdem soll das sogenannte „Haus der deutschen Sprache“ außerschulischer Lernort werden, insbesondere für Grundschul- und Kita-Kinder. „Ein Angebot für die Neckarstadt soll es sein und Lust auf deutsche Sprache machen“, so die Projektleiterin. Das IDS werde Schulen und Bürger in die Forschung einbinden. Geplant seien interaktive Exponate, Museumspädagogik, Fortbildung von Lehrkräften und viele weitere Veranstaltungen. Auch eine Cafeteria sowie im Außenbereich ein Sprachgarten und eine Außenbühne seien angedacht.

Und wie steht es mit der Perspektive von ALTER vor Ort? Bezirksbeiräte und Stadträte pochten übereinstimmend auf Erhalt des Sport- und Freizeitparks auf der südlichen Platzhälfte am Alten Meßplatz. Dazu erklärte Sitzungsleiter Grunert: „Betreiber Pow e.V. sieht ALTER als Zwischennutzung. Wichtig ist es, das Angebot zu erhalten, ob an dem Standort oder einem anderen.“.