Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Herzogenried Rundgang mit Parkdirektor Joachim Költzsch über die Grünanlage

Mehr Schatten, mehr Beete: Im Park tut sich was

Archivartikel

„Wir wollen das Gefühl vermitteln: Der Herzogenriedpark wird betreut und weiter entwickelt“, stellte Parkdirektor Joachim Költzsch am Ende eines Presserundganges durch das Kleinod in Mannheims Mitte fest. Was bei dem Spaziergang gezeigt wurde, konnte sich denn auch sehen lassen.

Das Rosarium ist beispielsweise behindertengerecht umgestaltet, die alten Bäume bieten Schatten. Wo dieser fehlt, sind Planen aufgestellt, unter denen Familien verweilen können. „Wir fühlen uns verpflichtet, die Anregungen aus der Bürgerschaft nach und nach umzusetzen“, sagte Költzsch.

Gärtnerisches Paradies

Im vergangenen Jahr gab es drei Workshops (wir berichteten), in denen Anregungen und Ideen gesammelt wurden. Daraus entstand ein Maßnahmenkatalog, der nun Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt werden soll. Der gärtnerische Leiter, Wolfgang Adrian führte aus, dass neue Staudenbeete gepflanzt wurden. Insgesamt 36 verschiedene Arten wurden ausgebracht. „Diese brauchen noch etwas Zeit, bis sie in voller Pracht dastehen“, so Adrian. Anregungen habe man im Luisenpark gefunden, wo ähnliche Pflanzen in voller Pracht blühen.

Ein kleines gärtnerisches Paradies stellt das Rosarium dar, in dem über 50 verschiedene Arten von Rosengewächsen gedeihen. Der alte Weg aus den 1970er Jahren, der aus Holzbalken bestand, und ein Hindernis für den einen oder anderen Besucher darstellte, wurde erneuert und durch einen behindertengerechten Weg ersetzt, damit auch Besucher mit Rollstühlen den Rosenduft genießen können. Allein dieser neue Weg kostete rund 30 000 Euro, er wurde aber von den Besuchern sofort genutzt, führte Adrian aus.

Költzsch ergänzte, dass mit Unterstützung des Fördervereins am Haupteingang Rollstühle ausgeliehen werden könnten, um so jedem den Zutritt zum Rosarium zu ermöglichen (wir berichteten). Im Rosarium seien das ganze Jahr über zwei bis drei Leute beschäftigt, um die Beete in Ordnung zu halten. Gleichzeitig werde alles getan, um den alten Baumbestand – vor allem die Linden – zu erhalten. Die Bäume beschatten die neue, noch nicht fertige Klettereisenbahn, an der bereits Kinder zuschauten, wie sie gebaut wurde. Durch den Bauzaun hindurch wären sie gerne „geschlupft“, um das neue Spielgerät in Beschlag zu nehmen und auszuprobieren. Doch: ein wenig werden sie sich noch gedulden müssen. Aber es werde nicht mehr lange dauern. „Das ist wesentlich freundlicher geworden, wie früher“, stellte Költzsch fest.

Mit drei Schulen der Umgebung gibt es eine Zusammenarbeit, die in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden soll, berichtete die Leiterin der Grünen Schule, Ursula Jünger. Auch das Angebot, Unterricht im Freien anzubieten, werde in den nächsten Jahren intensiviert. Ein Anziehungspunkt gerade für Kinder sei der Nutztierzoo. Deshalb wurden in die Gabionen – mit Steinen gefüllte Drahtkörbe als Befriedung rund um den Zoo – Gucklöcher eingebaut. So können gerade kleine Kinder besonders den beleibten tierischen Nachwuchs entspannt beobachten.

Als Magnet haben sich die Spaziergänge mit dem Esel herausgestellt, die bei entsprechender Witterung jeden Donnerstag stattfinden, erzählte Költzsch. Um die Konzertmuschel werde der WC-Bereich auf den neuesten Stand gebracht. Auch dieser werde barrierefrei umgestaltet. Der Bau beginnt in der kühleren Jahreszeit, wenn keine Veranstaltungen auf der Konzertmuschel mehr stattfinden, berichtete der Parkdirektor. Für diesen Bauabschnitt rechne er mit Kosten von rund 100 000 Euro.

Gesamtbudget 1,9 Millionen

Überhaupt funktioniere die Zusammenarbeit mit dem Quartiermanagement oder der Popakademie ausgezeichnet, stellte Renate Fernando vom Marketing der Stadtpark-Gesellschaft fest. Neue Formate, wie etwa die Stadtteilkultur „Herzogenried on stage“ oder „Sunday Beats“, sind teils neu im Programm. „Es war der Wunsch der Besucher, dass der Stadtteil mehr eingebunden wird. Das setzen wir damit um“, stellte Költzsch fest. Das Gesamtbudget von 1,9 Millionen Euro sei ein guter Grundstock, auf dem bei der Park-Sanierung aufgebaut werden könne, konstatierte der Parkdirektor zum Abschluss des Rundgangs. Er denke, dass dieses Geld zielgerichtet gut eingesetzt werden könne.

Zum Thema