Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Beim Abschlusskonzert des Band-Supports der Jugendförderung spielen sechs Nachwuchscombos im Jugendkulturzentrum Forum

Minnow rocken im September das Schlossfest

Archivartikel

Mit sphärischem Intro bestehend aus Vogelgezwitscher enterten die Bandmitglieder von Minnow die Bühne. Woraufhin die sechsköpfige Combo an ihren Instrumenten einen schwülen texanisch-mexikanischen Indie-Rock-Sound erzeugte. „Mit unserem Song ‚Move On’ haben wir das Coaching-Team gefangen“, erklärte Bassist Leon Walther. Im Jugendkulturzentrum Forum fand das Abschlusskonzert des Förderprogramms Band-Support statt, mit den sechs Nachwuchsgruppen Minnow, Oaktree, Cabin On Pluto, Mosquito Storm, Impetus und Enter Name Here.

Es handelt sich dabei um eine Fördermaßnahme der Beauftragten für Musik und Popkultur der Music Commission Mannheim und der städtischen Jugendförderung. Am Ende konnte die Indie-Pop-Band Minnow die Jury für sich gewinnen: Am 12. September darf die Kapelle darum auf der Hauptbühne des Schlossfestes auftreten.

„Wir fördern junge Menschen in ihren Stärken, in ihrer Persönlichkeit und ihrem musikalischen Können“, schilderte Organisatorin Eva Schulze-Brüggemann von der kulturellen Kinder- und Jugendbildung des Jugendamtes. Im zurückliegenden Jahr standen kundige Popakademie-Absolventen den sechs Nachwuchscombos als erfahrene Dozenten in Sachen Popmusik zur Seite, um nötiges Wissen aus der professionellen Musikbranche an die jüngere Generation weiterzugeben. Deshalb verwendet Organisatorin Schulze-Brüggemann das Wort „Bandwettbewerb“ nicht allzu gerne in Bezug auf den Band-Support, denn die teilnehmenden Musiker sollen nicht gegeneinander konkurrieren, sondern vielmehr innerhalb von zwölf Monaten kreative Freundschaften schließen und ein Netzwerk des inspirierenden Austauschs knüpfen. Zum Beispiel lernen die Teilnehmer des Band-Supports, wie man Musikclubs für eigene Konzerte anschreibt, um einen Auftritt zu buchen, was sich in der Fachsprache „Booking“ nennt. Oder wie man bunte Scheinwerfer auf der Bühne passend zu den selbst geschriebenen Popsongs choreografiert.

Von den Ratschlägen der studierten Coaches profitierte ebenso das akustische Duo Oaktree, das auf der Bühne ein minimalistisches Kontrastprogramm aus Kistentrommel und Akustikgitarre servierte. „Die Bands hier sind alle sehr unterschiedlich“, erklärte Sänger Jannick Hackl mit seinem trommelnden Kreativpartner Johannes Detmer. In den Harmonien der Songs von Oaktree lassen sich deutliche Einflüsse des Popstars Ed Sheeran heraushören. „Ja, ich selbst war auf seinen Konzerten in der SAP-Arena und im Münchner Olympiastadion“, schwärmte Gitarrist Jannick Hackl, der 22 Jahre alt ist.

Am schillerndsten war auf dem Band-Support-Abschlusskonzert jedoch die Show von Enter Name Here, die als letzte Band im Jugendkulturzentrum spielte – mit extravaganter Kostümierung, die Assoziationen zu Lady Gaga weckte. Musikalisch erinnert die stilistisch breit aufgestellte Indie-Pop-Band Enter Name Here mehr an The Chemical Brothers und Moloko.