Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt-Ost Begeisterte Besucher in der Max-Joseph-Straße / Erlös fließt in interkulturelle Projekte

Multikulturelles Fest bringt Nachbarschaft zusammen

Mannheim.Gemütlich über die Festmeile schlendern und hier und da bei guten Gesprächen bei einem Stück Kuchen verweilen – so kennt man das Max-Joseph-Straßenfest. „Ich komme jedes Jahr hierher – das Fest ist toll, es macht Spaß und ist immer für eine Überraschung gut, auch weil man hier immer wieder neue Leute kennenlernt“, sagte Sandra Klemm. Gelegenheiten, Leute zu treffen, dürften sich schnell ergeben haben, denn es war viel los.

„Vielfalt statt Einfalt“ lautete das Motto des Festes der „Initiative gegen Fremdenfeindlichkeit in der Neckarstadt“. „Es ist bereits die 26. Ausgabe der Veranstaltung, mit der wir zeigen wollen, dass wir gerne hier zusammen auf der Straße sind – egal welche Sprache wir sprechen, wir gehören alle zusammen“, erklärte Moderator Bernd Göttel. 1993 von der Stadtteilinitiative ins Leben gerufen, steht das Fest programmatisch für Toleranz und gute Nachbarschaft, gegen Diskriminierung, Hass und Fremdenfeindlichkeit. „Dieses Anliegen ist heute wichtiger denn je“, betonte Dagmar Özuysal-Neu von der Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“.

Unterschriftenaktion gestartet

Auch dieses Jahr arbeiteten Veranstalter, Vereine, Einrichtungen und Initiativen Hand in Hand, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet wurde und alle ein fröhliches Fest feiern konnten. Die Organisatoren setzten wieder auf den bewährten Mix aus Informationen, Kinderprogramm, Musik für jeden Geschmack sowie einem schier unerschöpflichen Imbissangebot. Eröffnet wurde das bunte Programm traditionell von den kleinen Akrobaten aus den beiden Kinder- und Jugendzirkussen „Trolori“ (Spielmobil) und „Aladin“ (Johann-Peter-Hebel-Heim). Gleichzeitig startete die Interessengemeinschaft Herzogenried eine Unterschriftenaktion zur Neugestaltung und Aufwertung des Herzogenriedparks unter Einbeziehung in die Bundesgartenschau 2023.

Am Stand von umBAU² Turley diskutierten Standbetreiber Günter Bergmann und Günter Matalla aus der Neckarstadt über das gemeinschaftliche Wohnprojekt. Derweil orderte Margot Meyer aus Neckarau bereits ihr zweites Steak am Stand des Kinder- und Jugendheims St. Joseph, „weil es so lecker ist“. Außerdem wollte sie nebenan noch Lose kaufen, um den Kinderladen Alphörnchen zu unterstützen. Sie habe früher in der Neckarstadt gewohnt und komme jedes Jahr zum Fest, „weil man hier viele alte Bekannte trifft“.

Bratwurst, Langos oder Paella

Neben Bratwurst und Steak gab es auch kulinarische Entdeckungen wie Langos am Stand des Bundesverbandes der Migrantinnen, türkische Spezialitäten von DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine) Mannheim oder eine vegetarische Paella vom Catering John Wintjen. Zu Bier oder Cola gab es auch genügend Alternativen: Leckere Cocktails beispielsweise am Stand von Abya Yala.

Der zweijährige Paul war mit seinen Eltern, Katrin Holtz und Jochen Sander, und seiner kleinen Schwester Alva auf dem Fest und freute sich sichtlich, dass es hier jede Menge Kinderattraktionen gab – wie etwa das „Pferderennen“ am Stand des Jugendhauses Erlenhof. Stolz zeigten Alina und Nelly (beide 13 Jahre) ihr selbstgemaltes Bild zum Thema „Freundschaft“, das sie am Stand des Internationalen Bundes (IB) gemeinsam mit Mohammad, einem unbegleiteten minderjährigen Ausländer (Uma), gestaltet haben. Ein absoluter Publikumsmagnet war das lustige Kindertheaterstück der Theaterakademie Mannheim (THAM) „Ene mene muh – ich bin die singende Kuh“.

Derweil gaben sich auf der Bühne am Wendehammer die unterschiedlichsten Musiker nacheinander das Mikrofon in die Hand. Bis in die späten Abendstunden wurde gefeiert –fröhlich und friedlich. „Es war wieder sehr schön zu sehen, wie so viele unterschiedliche Menschen ins Gespräch kommen“, zog Martina Stamm vom Organisationsteam tags darauf eine durchweg positiv Bilanz. Die Erlöse fließen – wie jedes Jahr – wieder in interkulturelle Projekte, heißt es.