Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Theatergruppe „zettels.traum“ mit neuem Stück

Originell und kurzweilig

Wunschpunkte und eine Dichterbegabung wie das Sams konnte „Der unsichtbare Freund“ zwar nicht vorweisen, aber er war immer da, wenn Stefan gerade Lust zum Spielen hatte. Die Theatergruppe „zettels.traum“ des Ludwig-Frank-Gymnasiums brachte mit der Erzählung von Paul Maar ein Stück auf die Bühne, in dem es um Konflikte mit den Eltern, Ärger mit den Mitschülern und vor allem um Freundschaft ging.

Im Mittelpunkt stand Stefan, ein Junge, wie es ihn tausendfach gibt. Weil er Probleme mit seinem Vater, dessen Freundin Verena, dem angeberischen Micky und der netten Katja hatte, flüchtete er sich in eine Traumwelt. Sein imaginärer Gefährte stand ihm bei Auseinandersetzungen bei, half ihm bei den Hausaufgaben und ließ ihn sogar beim Kartenspielen gewinnen. Zusammen schwebten sie als Raumfahrer durch das All, verkleideten sich als Hühner und hatten jede Menge Spaß.

Marwe Saai spielte die Rolle der Fantasiegestalt so frech und charmant, dass sich sicher jeder der Zuschauer einen solchen Freund wünschte. Milica Garic als Stefan zeigte anschaulich, mit welchen Sorgen und Nöten sich ein Teenager herumschlägt. „Geh doch mal raus, spiel doch mit anderen“ forderten die Eltern ihn auf. Aber tatsächlich blieb der unsichtbare Kamerad nur so lange, bis Stefan in Katja eine reale Freundin gefunden hatte.

Fabian Ernst als Vater Bruno sorgte mit seiner Vorliebe für Spaghettirezepte immer wieder für Gelächter. Die Sprachassistentin der Schule, Allison Zuckerman aus New York, hatte die Rolle der Verena kurzfristig übernommen und bekam dafür den liebevollen Spitznamen „American Dream“. Karishma Akbari verkörperte perfekt die etwas tüttelige Nachbarin Frau Götz. Ebenso engagiert traten Gloria Esona als Katja und Ömer Is als Micky auf. Die beiden Regisseurinnen Maren Hartmann und Eva Genther inszenierten die Geschichte originell und kurzweilig.

Enormes Lampenfieber

Die hoch motivierten Achtklässler unterhielten ihr Publikum bestens. Dabei war die Theater AG in einer vollkommen neuen Besetzung angetreten. „Wenn sie richtig gut sind, machen sie Abitur und sind weg“, brachte Lehrerin Hartmann die Herausforderung auf den Punkt. Bereits im Juni hatten die wöchentlichen Vorbereitungen mit Stimmbildung, Improvisationsübungen und Theatersport begonnen. Nach den Sommerferien probte die Gruppe sogar am Wochenende. Trotzdem herrschte großes Lampenfieber. Alexander Kühne und die Technik AG rückten die Schauspieler in das richtige Licht. Chris Decker begleitete die Musikstücke auf der Gitarre. Großer Applaus, auch nach einzelnen Szenen, war der verdiente Lohn für die schauspielerische Leistung. Schulleiter Holger Reusch bedankte sich für den wunderbaren Theaterabend.