Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt Trio Nessel/Steegmüller/Buchta in der Busch-Schule

Sangeslaune im Foyer

Archivartikel

Von flüsternd leise bis rufend laut: In aller Inbrunst beherrscht Sänger Dominik Steegmüller, der sich bereits mit den Fantastischen Vier als begleitender Vokalist die Bühne teilte, das Spektrum gesanglicher Vielfalt. Im Rahmen der Reihe „Bei uns ist was im Busch“ trat der Sänger mit seinem Trio „Nessel/Steegmüller/Buchta“ im gemütlich gestalteten Foyer der sonderpädagogischen Wilhelm-Busch-Schule auf. Es war eine Veranstaltung des Freundeskreises der Schule unter Leitung von Carola Müller.

Aus dem Kassettenzeitalter

Während der Anmoderation kündigte Müller, die früher Lehrerin an der Schule gewesen war, den Auftritt des Dreigespanns als Wohnzimmerkonzert an. „Die Kassette von A-ha habe ich rauf- und runtergehört, ich komme aus dem Kassettenzeitalter. Die glitzernde CD hat mir nichts gesagt“, erinnerte sich Bandchef Dominik Steegmüller, als sein Trio die Nummer „Take On Me“ anstimmte. Denn die norwegische Popgruppe A-ha feierte vor allem in den 1980er Jahren Erfolge. Im Internet kann man eine heftig hingeschmetterte Nu-Metal-Version des alten Hits „Take On Me“ finden.

Im dunkelblauen Licht des Scheinwerferständers breitete Steegmüller, der 2009 auf dem 20-Jahre-Jubiläumskonzert der Fantastischen Vier mit einem Orchester aus Weißrussland auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart für die HipHop-Gruppe gesungen hatte, seine Arme wie ein Adler aus. „Tanzt auf den Tischen!“, verlangte er, der von Gitarrist Mathias Buchta und Schlagzeuger Tobias Nessel musikalisch den Rücken gestärkt bekam. Außerdem schmetterte das Dreigespann noch Songs wie „Englishman in New York“ von Sting und „Crazy“ von Lost Frequencies & Zonderling. Für die Besucher stand in einem Nebenraum ein Büfett mit feinen Schnittchen bereit.

Alle drei Musiker gehen der klingenden Kunst hauptberuflich nach. „Unsere Namen kann man sich gut merken, selbst dann, wenn man den Abend mit Alkohol begleitet“, scherzte Steegmüller, dessen Eltern Regina und Hugo Steegmüller, die im Publikum saßen, bekannte Kabarettisten der Mannheimer Kleinkunstbühne „Schatzkistl“ sind. Beim Auftritt in der Wilhelm-Busch-Schule stieß später Sängerin Julia Rivas, die Ehefrau von Dominik Steegmüller, spontan hinzu, um mit weiblicher Sangeskraft zum Gelingen des Gigs beizutragen. In dieser Konstellation brachte die erweiterte Band den Radio-Hit „Je ne parle pas français“ von Namika zu Gehör. Während des Stücks „You Can Call Me All“ von Paul Simon durfte sich Schlagzeuger Tobias Nessel, der zusammen mit Saitenhexer Mathias Buchta die Musikschule „Klangfabrik“ im Stadtteil Rheinau-Süd betreibt, in einem elaborierten Solo entfalten. Dabei hielt es Sänger Steegmüller, der für den Film „Bohemian Rhapsody“ über das Leben von Queen-Sänger Freddie Mercury warb, vor Sangeslaune kaum auf dem schwarzen Barhocker. hfm