Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Herzogenried Eröffnung des neuen Leseclubs im Jugendhaus

Schmökern am Nachmittag

Archivartikel

Deckenhohe Regale, vollgestopft mit Büchern, und wenn man eines herausnimmt, staubt es gewaltig. Dabei wird man kritisch beäugt von kauzigem Bibliothekspersonal, das keinen Spaß versteht – so lautet in etwa die Beschreibung des absoluten Gegenteils vom neuen Leseclubs im Jugendhaus Herzogenried, der in einer kleinen Feier mit den zukünftigen Besuchern eröffnet wurde.

Im vorderen Bereich befindet sich ein großer Tisch für allerhand Schreib- und Bastelarbeiten oder Spiele, hinter einem Raumteiler findet man eine gemütliche Ecke mit Sitzsäcken, wo man in Ruhe lesen kann. Und natürlich gibt es Bücherregale, die Bücher und Spiele darin sind gespendet.

Gerne auch vorlesen

Die Kinder konnten es kaum erwarten, das Band zum Leseclub durchzuschneiden und ihren neuen Bereich zu begutachten. Außerdem gab es ein Quiz, dessen Lösungen in den vorhandenen Büchern zu finden waren. Man musste nur ein bisschen suchen. „Der Raum wird nachmittags zuerst für die Hausaufgabenbetreuung genutzt, um 15 Uhr können alle Kinder kommen, um zu lesen – gerne auch vorlesen“, sagte Ariane Reiter, Mitarbeiterin des Jugendhauses.

Die Betreuung des Leseclubs erfolgt ehrenamtlich. Geplant ist demnächst auch das Ausleihen von Büchern. Grenzen im Genre gibt es nicht, der Leseclub ist offen für alles, zum Beispiel gibt es auch das Buch zum Computerspiel „Minecraft“, das bei den Kindern sehr beliebt ist. Wenn zwischen dem „Daddeln“ auf dem Smartphone auch mal aus einem Buch gelesen wird, ist das umso besser.

Im Bereich Bildungsangebote ist das Jugendhaus sehr engagiert, sein Schwerpunkt ist das Thema Jugendkultur. Deshalb gibt es hier allerhand Kurse wie Hip-Hop oder Streetdance, aber auch Gitarren- und Schlagzeugunterricht. Und nun wird auch noch fleißig gelesen. „Den Umgang mit Sprache und dem geschriebenen Wort halten wir für förderungswürdig“, sagte Hausleiter Michael Harbrecht.

Umgang mit dem Tablet lernen

Der Club wurde eröffnet im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. „Von meiner Schule sind einige Kinder hier“, sagte Ulrich Diehl, Leiter der Käthe-Kollwitz-Grundschule, die sich nicht weit entfernt vom Jugendhaus befindet. Zur Feier des Tages war auch er vorbeigekommen, um einen Blick in den Leseclub zu werfen.

Auch den Umgang mit digitalen Medien wie dem Tablet lernen die Kinder. „Wir haben ein Programm, mit dem wir einen Comic-Film selbst machen können“, sagte Praktikantin Sarah Kowatsch. „Wir erstellen einzelne Bilder und lassen sie nacheinander ablaufen.“ Aber auch Klassiker wie Stadt, Land, Fluss werden im Leseclub gespielt.