Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt-Ost Ortsverein beschäftigt sich mit dem Vorschlag der Grünen, die Lange Rötterstraße nachts zu sperren – und hat einiges zu kritisieren

SPD: Situation für Fußgänger und Radler verbessern

Mit dem Vorschlag der Grünen, die Lange Rötterstraße in der Neckarstadt-Ost nachts zu sperren (wir berichteten), hat sich jetzt der Ortsverein der SPD Neckarstadt auseinandergesetzt. „Das Vorhaben ist schwer verständlich, da ja gerade nachts kaum ein Problem mit dem Autoverkehr besteht“, teilt Vorsitzender Belamir Evisen danach mit. Die wenigen nachts durchfahrenden Autos würden eher noch das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen, wenn sonst kaum jemand auf der Straße sei. Außerdem sei nicht klar, welche Uhrzeit gemeint sei.

„Wohl wegen der unklaren Uhrzeit haben sich einige Inhaber kleiner Geschäfte so vehement gegen die Sperrung ausgesprochen. Denn nach 18.30 Uhr haben mit Ausnahme der Supermärkte ja alle Geschäfte geschlossen und wären gar nicht mehr betroffen’“, so SPD-Bezirksbeirat Sascha Brüning. Und wer abends mit dem Auto zum Einkaufen in die Neckarstadt führe, fände sowieso keinen Parkplatz. Hier gingen bestimmt keine Kunden verloren. In einem „MM“-Bericht auf den Stadtteilseiten hatten sich die Geschäftsleute auf Nachfrage der Zeitung ähnlich geäußert.

Lösungen erarbeiten

Ein wirkliches Problem besteht in der Einkaufsstraße nach Meinung der Genossen am Vormittag. Dann würden die Lkw Waren für die Supermärkte liefern und in der zweiten Reihe parken. Hier käme es zu massiven Behinderungen und gefährlichen Situationen.

Hans Georg Dech, Sprecher der Bezirksbeiräte, sieht negative Auswirkungen einer Sperrung: „Jedes Auto, das nicht durch die Lange Rötterstraße fährt, weicht auf andere Straßen in der Neckarstadt aus.“ Betroffen seien hauptsächlich Carl-Benz- und Waldhofstraße. Und wer schnell durch die Neckarstadt-Ost kommen wolle, nutze eh die Schafweide.

Aus Sicht der SPD gibt es in der Lange Rötterstraße trotzdem einiges zu verbessern. So gebe es keinen durchgehenden Radweg Richtung Kurpfalzbrücke, in der anderen Richtung fehle ein Radweg gänzlich. Ausgerechnet zwischen dem Alter Meßplatz und der Uhland-Schule, wo morgens viele unterwegs seien, gebe es keine Radwege und auch keinen Fußgängerüberweg. „Man kann also einiges tun, um die Situation für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern“, so SPD-Stadtrat Reinhold Götz. Ob eine Umwidmung zur Fahrradstraße sinnvoll sei, könne man erst nach einer Verkehrszählung beantworten. Es könne sein, dass es grundsätzlich zu wenige Radfahrer dort gebe.

Der SPD Ortsverein kündigt jedenfalls an, an dem Thema dranzubleiben und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. aph