Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Herzogenried Projekt Erde 2 von Zeitraumexit und der privaten Künstlergruppe „Brüten“ in der Halle des Parks

Spielerisch etwas Neues erfinden

Archivartikel

Die Multihalle im Hezogenriedpark wurde zwei Wochen lang für das Projekt Erde 2 von Zeitraumexit und der privaten Künstlergruppe Brüten genutzt. Kinder der umliegenden Schulen konnten sich hier an verschiedenen Techniken im Kunsthandwerk ausprobieren und dabei viel Spaß haben. „Die Idee von Erde 2 war, dass wir spielerisch etwas erfinden, Thinking by Modeling, nach Frei Otto“, sagte Eva Wittig, Künstlerin und Kunstlehrerin.

Frei Otto (1925-2015) war der Architekt, der die Leichtbauweise für die Multihalle entworfen hatte, die anlässlich der Bundesgartenschau 1975 als Provisorium errichtet wurde. Die Halle ist in die Jahre gekommen, was man an vielen Stützkonstruktionen innerhalb und außerhalb erkennen kann. Sie steht unter Denkmalschutz, und nun wurde für die Sanierung fünf Millionen Euro vom Bund zugesprochen. Umso mehr können sich kreative Veranstalter wie Zeitraumexit freuen, dass sie weiterhin für Projekte genutzt werden kann.

Das Gitterdach, das gleichzeitig futuristisch und organisch erscheint, lädt geradezu zum kreativen Denken ein. An diesem Tag zu Gast war eine 3. Klasse der Uhland-Grundschule und eine vierte der Interkulturellen Waldorfschule. Die Kinder konnten an Hochbeeten gärtnern, mit verschiedenen Techniken malen, Landschaften aus Ton bauen, auf den höheren Rängen der Halle Einrad fahren und vieles mehr. „Ich bin Rentner, ich habe Zeit und bin an der Waldorf-Freizeitschule für handwerkliche Techniken zuständig“, sagte Abraham Weis, von allen „Aba“ genannt. Beim Erde 2-Projekt hatte er einen Tisch, an dem man sich Stempel herstellen und munter mit Farben drucken konnte. „Zeitraumexit hat sich mit seiner Idee mit uns in Verbindung gesetzt. Für uns war es selbstverständlich, mitzumachen, da die Interkulturelle Waldorfschule in der Nachbarschaft des Parks ist“, so Lehrer Zan Redzic. „Wir nutzen den Park oft, und auch auf die Multihalle haben wir einen direkten Blick. Sie ist ein Raum, mit dem man gut kommunizieren kann.“

Unterricht verlegt

Für die Kinder der Uhland-Grundschule war der Nachmittagsunterricht in die Multihalle verlegt worden. „Die Kinder konnten sich hier gut entfalten. Der Matheunterricht fiel zwar aus, dafür wurde der Kunstunterricht erweitert“, sagte Lehrer Jonas Fischbach. Zusammen mit Aba hatten die Kinder aus Holzpflöcken einen König gebaut, der am Eingang steht. Als Inspiration dienten die Baumwesen aus Herr der Ringe.

„Die Schüler waren so konzentriert wie selten und haben sich ausgiebig mit dem Projekt beschäftigt“, fügte Lehrerin Katharina Kreukler hinzu. „Außerdem war es für uns Lehrer interessant, die Kinder einmal in einem anderen Kontext zu erleben.“