Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Herzogenried Stadtteilkonferenz zu aktuellen Themen und Plänen / Neujahrsempfang am 15. Januar in der Integrierten Gesamtschule

Stinkende Lkw und nächtlicher Lärm beklagt

Archivartikel

Bei der Stadtteilkonferenz in der Stadtteilbibliothek Herzogenried informierte Quartiermanagerin Jennifer Yeboah zunächst über aktuelle Themen und Entwicklungen. Zum Herzogenriedpark erklärte die Quartiermanagerin: nach drei Workshops seien inzwischen das Rosarium und der Weg zur Konzertmuschel barrierefrei. Die alte Holzlokomotive auf dem Spielplatz wurde durch eine neue ersetzt. Zum Gebäude für die Grüne Schule habe Stadtparkchef Joachim Költzsch bei der letzten Bezirksbeiratssitzung erklärt, das sei noch nicht vom Tisch, sondern werde noch entschieden (wir berichteten).

Dazu erklärte Renate Fernandez von der Stadtpark GmbH: „Seit drei Jahren schon ist die Grüne Schule auch im Herzogenriedpark aktiv.“ Im Februar werde zudem die noch im Bau befindliche „Toilette für alle“ eingeweiht. Alle Bürger seien zudem eingeladen, den Bauerngarten beim Bauernhof mit zu gestalten. Zur Thema Beteiligung erklärte die Quartiermanagerin: „Eine der Entwicklungen seit der letzten Stadteilkonferenz waren drei Auftritte von verschiedenen Gruppen aus dem Stadtteil in der Konzertmuschel.“ Auch im nächsten Jahr seien dort wieder vier Auftritte geplant.

Zur Multihalle sagte Yeboah, die Fördergelder für die Dachsanierung seien bereits bewilligt. Die Multihalle solle ein Ort für alle werden: Erste Säule Demokratie, zweitens Bewegen, drittens experimentelle Kunst und Kultur, viertens akademische Wissenschaft. Ein weiteres Thema war das Herzogenriedbad, das ein Kombibad werden soll. „Es wird kein Rutschenparadies“, betonte Yeboah. Der Fokus des Quartiermanagements liege auf Vereinsschwimmen und Schulsport, da viele Kinder nicht schwimmen könnten.

Kinderarzt fehlt

Zum Einkaufszentrum Ulmenweg erklärte die Quartiermanagerin, laut Investor Jürgen Bettels liege die Baugenehmigung für den Rewe-Markt vor – geplante Eröffnung im Frühsommer. Außerdem entstehe ein Bäckerei-Café im ehemaligen VR Bank-Gebäude, mit fünf Kurzeitplätzen direkt vor der Tür. Ins ehemalige GBG-Gebäude kämen unten eine Apotheke und zwei Arztpraxen rein. Die Alan GmbH als Investor habe dort ursprünglich fünf Arztpraxen geplant. Laut Stadtrat Reinhold Götz „hat sich die kassenärztliche Vereinigung dagegen ausgesprochen, weil es genug Ärzte in Mannheim gibt“. „Doch nicht im Herzogenried“, bemängelte Hans-Jürg Liebert, Sprecher der Bürgerinitiative Stammtisch Centro Verde. Vor allem fehle hier in einem der kinderreichsten Stadtteile von Mannheim ein Kinderarzt. Auch der Versuch eine Logopädiepraxis im Haus einzurichten ist gescheitert, wegen des Betreuten Wohnens im Obergeschoss. Ein Engagement für beides zum Thema „gesund und glücklich leben im Herzogenried“, könnte eines der angestrebten 17 Nachhaltigkeitsziele im Herzogenried im nächsten Jahr sein: Dazu gehört beispielsweise auch das Thema Sauberkeit im Stadtteil.

Das Quartiermanagement will unter anderem in Kooperation mit der GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH gegen wilde Müllablagerungen vorgehen. Außerdem sollen im Frühjahr die Müllsammelstellen bei den GBG-Häuser mit einer Malaktion verschönert werden. Außerdem sind Aktionen gegen den zunehmenden Verkehr im verkehrsberuhigten Bereich des Herzogenried geplant.

Ein weiteres Problem ist die Lärmbelästigung bis vier Uhr nachts im Bereich der Käthe-Kollwitz-Schule. „Was fehlt sind Räume für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wo sie sich aufhalten können, wenn das Jugendhaus Herzogenried am Abend schließt“, so Yeboah. Wichtig sei zudem, ein intergenerativer Austausch. Was seit dem Parkverbot für Lkws auf dem Neuen Messplatz zunehmend für Ärger sorgt, sind die parkenden Fahrzeuge am Schwimmbad. „Im Winter laufen die Motoren, weil sie es warm haben wollen, im Sommer die Klimaanlagen, an den Wochenenden ist es ganz schlimm“, bemängelten die Anwohner. Bezirksbeirat Dennis Ulas (Linke) erklärte, seine Partei habe diesbezüglich eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, aber noch keine Antwort erhalten. Stadtrat Götz erklärte dazu: „Wir werden nicht alle Probleme mit unseren Maßnahmen lösen.“