Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt-West Linke spricht mit Anwohnern über Zukunft rund um Areal des Alten Meßplatzes

Von „Muckimeile“ bis Kiosk

Wie geht es mit dem Alten Meßplatz weiter? Was passiert mit dem Areal neben dem Alten Bahnhof? Wie sieht es mit der Videoüberwachung aus? Und was machen die Planungen zum Neckarvorland? Die Linken-Bezirksbeiräte der Neckarstadt diskutierten bei einer Begehung über die Zukunft des Alten Messplatzes. Im Moment gehe es nur um eine Zwischenlösung, meinte Dennis Ulas. Spätestens Ende des Jahres schließt die Gastronomie Alter Bahnhof. Zwischenzeitlich hatte sich der Gemeinderat unter anderem gegen die Stimmen der Linken von der Idee einer Ansiedlung der Stadtbibliothek auf dem Areal südlich des Platzes verabschiedet. Die ebenso ins Auge gefasste Nutzung durch das Haus der deutschen Sprache sei immer noch möglich, meinte Ulas. Nur hätten die Verantwortlichen dort gerne einen Zusammenschluss mit der Bücherleihe gesehen, so Ulas. Dabei sei das Areal ein Sahnestück, meinte eine Anwohnerin. „Doch Mannheim ist eben eine Stadt der Interimslösungen“, wie sie spöttisch bemerkte.

Potenziale ausschöpfen

Schnelligkeit bewiesen die Stadtplaner dagegen bei der Zwischenlösung eines Freizeitangebots auf dem Gelände zwischen Gastronomie und dem Lidl. Von den Planungen bis zur Realisierung seien sechs Wochen vergangen, rechnete Jennifer Sebök, Stadtplanerin der MWSP, vor. „Im Rahmen der Lokalen Stadterneuerung Neckarstadt-West wollen wir die Potenziale des Quartiers vom Neumarkt bis zum Neckarvorland ausschöpfen.“ Mit dem BMX- und Skateboardparcours wurde ein Teil der Planungen realisiert. Basketballkörbe sollen folgen. Sportfelder seien bereits eingezeichnet. Dafür wurde ein Teil der Parkplätze gesperrt. Entstehen soll eine „Muckimeile“ mit Trainingsmöglichkeiten für Bizeps und Co. „Das erfolgt noch diesen Sommer“, versprach die Stadtplanerin.

Mit dem Kiosk hat das Herzstück des Areals schon geöffnet. Neben kleinen Speisen und Getränken bietet sich die Ausleihmöglichkeit von Liegestühlen, Tischtennisschlägern oder Picknickkörben. Betrieben wird der Kiosk vom Verein POW. Mit Streetworker Daniel Frey finden Kinder und Jugendliche einen eigenen Ansprechpartner vor Ort. Das Angebot müsse sich aber auch erst einmal etablieren, räumte er ein. Die Finanzierung für den Sommer 2019 sei gesichert. Er wolle dafür sorgen, dass sich der Nachwuchs dort wohlfühle.

Philip Brückner von der Haltestelle Fortschritt setzt dagegen auf Austausch und Information zum Wohnungsbau. Mit einem Festival von Beiträgen wolle er Impulse für die Politik setzen, um das vergessene Stück Land jenseits des Alten Messplatzes zu beleben (wir berichteten).

Als Zukunftsmusik erscheinen dagegen die Planungen zur Verknüpfung des Platzes mit dem Neckarvorland durch eine Promenade. Weit konkreter sind die Pläne zur Videoüberwachung. „Die lehnen wir ab“, meinte Ulas. In den vergangenen zwei Jahren seien die Straftaten zurückgegangen. „Zwei Drittel davon betreffen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz“, so der Bezirksbeirat. Ob die intelligente Software das Rauchen eines Joints oder das Weitergeben von Drogen erkenne, sei zweifelhaft.

Die Linken sehen Potenziale in der Quartiersentwicklung. Die Ausschreibung zum Sanierungsgebiet in der Lokalen Stadterneuerung biete ein Vorkaufsrecht der Kommune für bestimmte Immobilien, meinte Roland Schuster. Es gelte aber, steigende Immobilienpreise und eine Gentrifizierung zu verhindern.