Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Jungbusch/Neckarstadt Nach Hütten-Klau startet am Donnerstag „Merry Messplatz“

Wintermarkt mit selbst gebauten Buden

Mannheim.Gebaut wurde zwei Wochen lang: Jetzt können ab Donnerstag, 7. Dezember, die neuen Holzhütten für den kleinen alternativen Weihnachtsmarkt, „Merry Messplatz“, auf dem Alten Messplatz wieder ausgestellt werden. Im Sommer waren die fest installierten Vorgängerbauten entwendet worden.

Das Team vom Künstlerhaus zeitraumexit stellte für einen Monat seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Möglich wurde dies durch das Experiment „artfremde Einrichtung“, das dazu aufrief, die Definition von Kunst und den gesellschaftlichen Stellenwert von Kulturarbeit zu hinterfragen sowie Engagement und demokratische Prozesse anzustoßen und erlebbar zu machen. Bei der ersten Versammlung für die artfremde Einrichtung am 14. Oktober stellten sich insgesamt sechs Bewerber mit ihren Ideen vor. Nach den Präsentationen war das Publikum gefragt: Jeder Anwesende konnte mit einer Stimme eines der Projekte wählen. Das Team Merry-Messplatz um Philipp Kohl, Björn Kornecki und Thilo Eichhorn entschied die Wahl für sich und zimmerte seit dem 13. November die fehlenden Hütten.

Am so genannten „Tag des offenen Schraubens“ roch es nicht nur nach frisch gesägtem Holz, sondern auch – dank Glühwein und Lebkuchen – sehr weihnachtlich in den Örtlichkeiten in der Hafenstraße. Zum Helfen waren außer den fleißigen Schreinern auch Freunde und der Leiter von zeitraumexit, Jan-Philipp Possmann, gekommen. Sägespäne lagen auf dem Boden, und die Hütten waren beinahe schon vollständig.

Weitere Interessenten erwünscht

„Wir sind sehr zufrieden, es lief alles sehr gut“, freute sich Björn Kornecki, gelernter Zimmermann und Chef der kleinen Truppe. Beim alternativen Weihnachtsmarkt vor der Alten Feuerwache werden täglich am frühen Abend ab 19 Uhr Livekonzerte auf einer Bühne stattfinden, um die Menschen zusammenzubringen. Das Ganze umrahmen die fünf handgezimmerten Holzhütten, in denen wechselnde Aussteller der lokalen Kreativ- und Handwerksbranche ihre Waren und Werke präsentieren. Zur Belohnung des arbeitsreichen Tages gab es nicht nur Pizza, sondern anschließend noch ein Konzert mit der Musikerin Leah Jean aus Chicago.

Am 18. Dezember soll die nächste artfremde Gruppe im zeitraumexit einziehen. Obwohl bereits vier weitere Bewerbungen vorliegen, sind Interessenten erwünscht. „Auch die Wahlen haben Eventcharakter“, erzählte Possmann: „Sie finden in allen drei Räumen statt, es gibt eine Teezeremonie und noch vieles anderes.“ (eig)