Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Herzogenried Neujahrsempfang der Interessengemeinschaft und des Quartiermanagements / Ilse Platzmann geehrt

„Wir sind kein anonymes Wohngebiet“

Archivartikel

„Was ist los im Herzogenried? Rückblick 2019–Ausblick 2020“: Unter diesem Motto stand der Neujahrsempfang der Interessengemeinschaft (IGH) und des Quartiermanagements Herzogenried. In der Aula der Integrierten Gesamtschule Mannheim Herzogenried (IGMH) konnte Heike Scholz vom Schulleitungsteam zahlreiche Bürger, Kommunalpolitiker und Vereinsvertreter begrüßen. Im Rahmen eines bunten Bühnenprogramms mit musikalischen Beiträgen der Erich-Kästner- und Käthe-Kollwitz-Schule, des Kinderhauses Herzogenried und der Mannheimer Stroseridder standen die aktuellen Entwicklungen des Stadtteils im Vordergrund.

Beispielsweise beim Einkaufszentrum am Ulmenweg, wo die Umbauarbeiten im Gange sind (wir berichteten). Ein Problem weiterhin sei die Verkehrssituation in den Stichstraßen, berichtete IGH-Vorsitzender und Mannheimer Stadtrat Thomas Trüper (Linke). „Im ganzen Herzogenried aber aktuell auch auf Turley und im Centro Verde wird gerast“, bedauerte er. Die Aktionen der Mütter-Mafia und der Käthe-Kollwitz-Schule im letzten Jahr sollen deshalb in diesem Jahr fortgesetzt werden. Auch als es Anfang Dezember im Herzogenried brannte, habe die Mütter-Mafia geholfen. „Wir sind kein anonymes Wohngebiet, wir haben ein Netzwerk und eine gute Nachbarschaft, die wir weiter ausbauen wollen“, betonte Trüper. Er lud alle Bürger ein, mitzumachen.

Stefan Fulst-Blei, Mitglied des Landtages und SPD-Stadtrat, überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und des Gemeinderats: „Herzogenried ist ein spannender Ort“, meinte er. Gebaut von 1974 bis 1977 zur Buga 1975 als Wohnen im Grünen mit 2000 Wohneinheiten, die dank der GBG im Vergleich zur Gesamtstadt noch bezahlbar seien, sei das Herzogenried heute Vorbild bei der Entwicklung der Konversionsflächen.

Bewohnerin des Jahres

Zur Buga 2023 werde nicht nur Geld in den Luisenpark gesteckt, sondern auch in den Herzogenriedpark, vor allem zum Erhalt der Multihalle (wir berichteten). Außerdem werde das Herzogenriedbad zum Kombibad mit Frei- und Hallenbad umgebaut (wir berichteten). Das mache den Stadtteil noch attraktiver. Die Bürger haben laut Fulst-Blei deshalb allen Grund, selbstbewusst in die Zukunft zu schauen.

Nach einem kurzen Rückblick stellte Quartiermanagerin Jennifer Yeboah die geplanten Veranstaltungen vor (siehe Infokasten). „Die meisten sind zufrieden, es ist ein supertoller Stadtteil“, lobte sie. Außerdem wurde im Rahmen der Veranstaltung die „Herzogenriedlerin des Jahres 2019“ gekürt. Die Laudation hielt Thomas Trüper: Ilse Platzmann habe sich lange Zeit bei der Hausaufgabenhilfe im Jugendhaus engagiert. Sie habe zwei Familien, die ohne Sprachkenntnisse zugezogen sind, geholfen. Bei einer sei das besonders gelungen. „Dass sie voll ins Berufsleben integriert ist, ist mit ihr Verdienst“, so Trüper. Platzmann leite zudem den Frauenkulturkreis Herzogenried als Kursleiterin der Abendakademie. Sie setze sich unermüdlich für den Seniorentreff Herzogenried ein. Platzmann sei außerdem Mitbegründerin des Gemeinschaftsgartens zwischen IGMH und Sportplatz. „Ilse Platzmann hilft, wo sie geht und steht“, sagte Trüper. Nach der Ehrung nutzten die Besucher die Möglichkeit, bei Fingerfood und Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Erlöse des Verkaufs kommen wie jedes Jahr der Jahrgangsstufe 12 der IGMH zugute. Daneben stellten sich Vereine, Initiativen und Einrichtungen aus der Nachbarschaft vor und informierten über ihre Arbeit sowie über Mitmach-Möglichkeiten.