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Neckarstadt/Herzogenried Investor plant bezahlbaren Wohnraum am Neuen Messplatz / Stadt hält sich bedeckt und prüft

Wohnen am Messegelände?

Bezahlbarer Wohnraum am Rande des Neuen Messplatzes – nach den Plänen eines Investors aus der Oststadt könnte dies schon bald realisiert werden. Doch die Stadt hat ein ähnliches Ansinnen zuletzt abgelehnt. Grund: Lärm durch den benachbarten Messebetrieb, der Beschwerden auslösen könnte.

Treffen vor Ort in der Käthe-Kollwitz-Straße 9-11 mit den Bauherren, Geschäftsführer Oguzhan Alan und seinem Partner Srecko Nedic (Leitung Administration). Auf dem 5500 Quadratemeter großen Abrissgrundstück (bis 2017 Standort des Internationalen Instituts) würden sie gerne 200 Wohneinheiten bauen, in Modulbauweise günstigen und bezahlbaren Wohnraum für Familien schaffen – und zwar ganz im Sinne des Zwölf-Punkte-Programms der Stadt. Den brauche die Kommune ja dringend, sagen sie, und verweisen im Übrigen auf das attraktive Wohnumfeld mit Park und Schule sowie weiteren Wohnbauten in der Nähe. Bei Aslan stehen bereits an die 654 Interessenten für ein solches Vorhaben auf einer Liste. Vorbereitungen hat die Firma aus der Otto-Beck-Straße 38 bereits getroffen. Eine Bauvoranfrage sei bei der Behörde gestellt.

Auch mit dem heiklen Lärm-Thema durch den nahen Messebetrieb haben sich die beiden beschäftigt. Eine entsprechende Überprüfung (Grundlage Bundesimmisionsschutzgesetz) habe lediglich ein Überschreiten der zulässigen Werte um maximal fünf Dezibel ergeben. An acht Tagen sei dies der Fall, so Alan und Nedic, jeweils freitags und samstags in der Zeit von 22 bis 23 Uhr (entspricht 16 Stunden jährlich) und an zehn Tagen, werktags in der Zeit von 8 bis 20 Uhr. „Zumutbar“, finden beide. Sie hoffen nun auf Unterstützung ihres Bauvorhabens durch die Politik. Denn: „Bezahlbaren Wohnraum, den wollen doch alle.“

„Noch keine Entscheidung“

Im Rathaus will man vor allem den Neuen Messplatz als Veranstaltungsort erhalten. Für das Grundstück Käthe-Kollwitz-Straße habe der Technik-Ausschuss des Gemeinderates am 31. Mai 2016 einen Aufstellungsbeschluss gefasst, um dort Nutzungen auszuschließen, die letztlich den Betrieb des Messplatzes in Frage stellen würden, so Rathaus-Sprecher Jan Krasko auf Anfrage dieser Zeitung. Der Beschluss sei einstimmig erfolgt, das Bebauungsplanverfahren bisher nicht zu Ende geführt worden, um auf städtebaulich verträgliche Entwicklungen des Grundstücks eingehen zu können. Krasko: „Eine Wohnnutzung auf diesem Grundstück würde aufgrund der hohen Lärmbelastung bei Veranstaltungen letztlich zu einer Einschränkung der Nutzbarkeit des Neuen Messplatzes als Veranstaltungsort führen“.

An der Ecke Waldhofstraße/Maybachstraße gab es 2015 ähnliche Überlegungen, die ebenfalls in einem Aufstellungsbeschluss (14. Juli) mündeten. Dort wollte ein Investor eine Anlage für betreutes Wohnen bauen. Der Eigentümer dieses Grundstücks verfolge nun eine gewerbliche Entwicklung, berichtet Krasko. Ist das Wohnen an der Käthe-Kollwitz-Straße demnach ausgeschlossen? Man befinde sich aktuell noch in der Prüfung und könne noch keine Entscheidung verkünden, heißt es aus dem Rathaus.