Neckarstadt-West

Neckarstadt Geplantes Projekt ruft unterschiedliche Reaktionen hervor / Betreiber will jungen Leuten ein Angebot machen

Bistro am Fluss könnte im Sommer öffnen

Archivartikel

Pläne der Stadt, ein Bistro am Neckarufer an der Dammstraße/Höhe Alphornstraße zu bauen, stoßen auf ein geteiltes Echo. Während Politiker die Initiative begrüßen, warnen Anwohner vor zusätzlicher Lärmbelästigung. Betreiber Sven Schneider hofft indes auf eine baldige Eröffnung.

Der Bauantrag ist jedenfalls schon eingereicht. Ziel sei, im Sommer das Angebot zu starten, heißt es aus dem Rathaus – wenngleich in den nächsten Wochen noch Punkte und Details geklärt werden müssten. Schneider hat jedenfalls gemeinsam mit Christian Ehrhardt (Café Schönklar, Jungbusch) bereits eine Betreibergesellschaft für das Projekt gegründet, die Quintus Gastro GmbH. „Wir möchten den Standort dort aufwerten“, sagt er. Angeboten würden Kleinigkeiten zum Essen (Sandwich, Suppe, Kuchen). Außerdem können Gäste, Zielgruppe sind Jugendliche und junge Familien, Sportgeräte (Fußball, Federball) ausleihen, um sich damit auf der Neckarwiese zu vergnügen. Dosenbier werde es nicht geben. Und: „Wir sind kein Lokal“, stellt Schneider klar. Geplante Öffnungszeiten sind unter der Woche von 10 bis 20 Uhr, am Wochenende bis 22 Uhr.

Anwohnerin Ruth Milewski, die in der Dammstraße wohnt, warnt jedoch vor zusätzlichem Lärm vor der Tür. Problem sei der geringe Abstand des Bistros zu den Wohnungen. Dazu sei es laut in der Neckarstadt, höre man vom Spielplatz und dem Gehweg gegenüber jedes Wort. „Die ständige Beschallung schmälert den Erholungswert in den Wohnungen“. Wenn Alkohol im Spiel sei, müsse man zudem befürchten, dass nachts auf der Neckarwiese weiter gefeiert werde – wie in Heidelberg beispielsweise. Die Anwohner seien zudem von der Stadt nicht informiert worden. „Das wird am grünen Tisch ausgemacht“, so Milewski.

„Keine Nachtgastronomie, um 22 Uhr muss Schluss sein“ – darauf besteht Maik Rügemer vom Arbeitskreis Wohnumfeld des Quartiermanagements. Er begrüßt ansonsten das Vorhaben und hofft auf mehr soziale Kontrolle in einem Bereich, in dem sich früher die Drogenszene aufhielt. Nun werde der Raum dort beruhigt: „Das wird die Sicherheit erhöhen“, sagt er.

In Mannheim werde viel von der Erlebbarkeit des Flusses gesprochen, die Bistro-Idee am Neckarufer sei nun mal eine konkrete Idee, die sich auch umsetzen lasse, findet Christian Stalf (CDU) das Projekt gut. „Das hilft, das Neckarufer zu beleben und Angsträume zu vermeiden.“ Allerdings müssten die Betriebszeiten des Bistros im Einklang mit dem Ruhebedürfnis der Anwohner in der Dammstraße stehen. „Ansonsten entstehen ähnliche Konflikte zwischen Anwohnern und Kioskbesuchern wie beim leidigen Reizthema Grillen im Sommer.“ Außerdem müsse auf Sauberkeit geachtet, Müll zügig entsorgt werden. Stalf: „Das Bistro soll ein geselliger Leuchtturm für die Neckarstadt-West werden. Davon dürfen sich unliebsame kleine Nagetiere nicht angesprochen fühlen.“

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Meier sieht das Vorhaben ebenfalls differenziert: Einerseits begrüßt er es, dass die Stadt etwas unternimmt, um die Neckarstadt-West aufzuwerten. „Im Quartier hat sich merklich etwas verändert“, so Meier. Andererseits hat er auch Verständnis für das Ruhebedürfnis der Anwohner. Der Betreiber habe Sorge zu tragen, dass die Abend-/Nachtruhe eingehalten werde. Der Standort biete aber auch Vorteile und könnte mit einem weiteren Standort am Marchivum kombiniert werden. Meier: „Wir stellen uns nicht gegen das Projekt, sind uns aber der Konfliktlage in der vorderen Dammstraße im Klaren.“ Der Sozialdemokrat appelliert an die Stadt, den Platz und das Konzept nochmals zu überdenken. Meier: „Mit ausreichend Gimmicks wird der von uns aufgezeigte Platz am Marchivum/Jungbuschbrücke sicher gern angenommen und eine Entzerrung der Besucher auf der Neckarwiese wäre gegeben.“ Damit könnten auch Lärm und Grillbelästigung auf ein erträgliches Maß zurückgefahren werden.