Neckarstadt-West

Neckarstadt-West Ümit Dugan ist seit 25 Jahren Mitarbeiter im Jugendhaus Erlenhof / Jubiläumsfest mit Gästen

„Ein begnadeter Choreograph“

Archivartikel

„Es macht einfach Spaß“, sagt Ümit Dugan. Mit einem Fest wurde er jetzt für 25 Jahre engagierte Mitarbeit im Jugendhaus Erlenhof gebührend geehrt.

Jugendhausleiterin Anita Altmann blickte zurück: Anfangs leitete Ümit Dugan die Disco- und Fußballgruppe im Jugendhaus. Er hat die Disco im Jugendhaus renoviert und auch die Theke selbst gebaut. Außerdem organisierte er mit der Disco-Gruppe des Jugendhauses zahlreiche Veranstaltungen mit bis zu 500 Besuchern aus allen Teilen der Stadt. „Das war ein Riesen-Event in Mannheim mit ganz besonderen Mädels und Hardcore-Jungs“, erinnert sich Altmann.

Ümit Dugan wurde 1968 in Göppingen geboren. Mit sieben Jahren kam er nach Mannheim. Er wohnte erst auf dem Waldhof und ab dem elften Lebensjahr in der Neckarstadt. Das Jugendhaus Erlenhof lernte er über einen Freund kennen. „Das war super, ich war sofort integriert“, erinnert sich Dugan. Zum Tanzen sei er gekommen durch seine Schwester. Sie habe hier im Jugendhaus getanzt, bis sie einen schweren Unfall hatte. „Tanzen hat mir auch Spaß gemacht, ich wollte in ihre Fußstapfen treten“, erklärte Dugan.

Er tanzte Solo, in Gruppen und bei Modenschauen für Firmen. „Mikel Jackson war mein Vorbild“, bekennt Dugan. Jacksons „Moon Walk“ – alles habe er getanzt. Später habe er im Jugendhaus die jüngeren Kinder trainiert. Außerdem war Dugan ein talentierter Fußballer. Er spielte beim SC 1910 Käfertal, MFC Phönix 02, TV Waldhof und als Höhepunkt bei Adria Mannheim in der Landesliga.

Repräsentant der Hip-Hop-Szene

Doch auf Wunsch seiner Eltern sollte er erst mal einen „richtigen Beruf“ erlernen. Dugan machte eine Schlosserlehre und bekam einen Jahresvertrag bei Mercedes Benz. „Doch Akkordarbeit war nicht mein Ding“, sagte Dugan. Weil er nicht arbeitslos sein wollte, nahm er eine Stelle bei der Deutschen Bahn an. „Aber Bremsklötze unter Waggons schieben, war nicht meins“, bekannte er. Seine Mutter sei entsetzt gewesen, als er den sicheren Job kündigte. „Anita Altmann wollte unbedingt, dass ich studiere“, berichtete Dugan, Er besuchte von 1979 bis 1985 die IGMH (Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried).

Nach der Fachhochschulreife begann er ein Studium der Soziologie. Doch da war er neben seinem Job als Tanz- und Fußballtrainer auf Honorarbasis im Jugendhaus schon längst auch als Musik DJ gebucht. „Ich war in den Mannheimer Diskotheken unterwegs, das hat mir mehr Spaß als das Studium gemacht“, bekannte Dugan. Er organisierte für Firmen zahlreiche Veranstaltungen. Als 1994 eine Stelle im Jugendhaus Erlenhof frei wurde, schloss er deshalb nur einen Teilzeitvertrag ab. Der Event-Manager ist seit 2007 Geschäftsführer der Real Production GmbH. Mit den von ihm im Jugendhaus trainierten Tanzgruppen „Supergirls“ und „Grazy Kids“ nahm er an den Landesmeisterschaften sowie am Streetdance-Contest in Karlsruhe teil. „Bei allen Wettbewerben waren wir unter den ersten Drei – meistens sogar Erste“, berichtete Dugan stolz.

„Ümit Dugan steht für die ganze Hip-Hop- und Jugendkulturszene in Mannheim“, lobte Klemens Hotz, Leiter der Jugendförderung der Stadt. Dugan hat auch den ersten Hip-Hop-Contest in Mannheim veranstaltet. Er ist Gründungsmitglied der Mannheimer Jugendszene. Erfolgreiches Beispiel ist das Musical „Faked Skillz“ (1998/99). „Das war bahnbrechend, weil es aus der Hip-Hop-Szene hervorgegangen ist“, sagte Hotz. „Die Stärke von Ümit Dugan, der ein begnadeter Choreograph ist, er kann die Leute zusammenhalten, er steht für die Entwicklung der Jugendlichen, denn Tanzen ist viel mehr – es ist Selbstbewusstsein, Körperbeherrschung und Bewegungsfreude“, so Hotz.