Neckarstadt-West

Neckarstadt-West SPD-Politiker beim Stadtteilgespräch im Erlenhof / Beschwerden über schlechte Ausstattung auch auf dem Abenteuerspielplatz

Eltern beklagen die Lage im Jugendhaus

Archivartikel

Gibt es in der Neckarstadt-West genug Platz für Kinder und Jugendliche? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmer beim Stadtteilgespräch der SPD-Gemeinderatsfraktion und des SPD-Ortsvereins Neckarstadt-West auf dem Gelände des Jugendhauses Erlenhof – und stießen dabei auf herbe Kritik.

Vieles neu gestaltet

Peter Drakul, Referent des Oberbürgermeisters und zuständig für das Projekt Lokale Stadterneuerung (LOS), berichtete von geplanten und bereits umgesetzten Projekten für Kinder und Jugendliche. Angefangen habe alles mit dem Kulturkiosk auf dem Neumarkt, wodurch ein Angstraum beseitigt und der Platz belebt worden sei. Seit zwei Wochen gibt es außerdem neben dem Alten Bahnhof neue Angebote für Kinder und Jugendliche. „Innerhalb kurzer Zeit wurde dort ein Kiosk errichtet, PumpTrack, Basketballkörbe laden zur sportlichen Tätigkeit ein, ein Angebot das auch angenommen wird“, so Drakul. Der Neumarkt selbst und das Neckarvorland sollen neu gestaltet werden. Unter der Brücke beim Marchivum seien Proberäume geplant. Der neu gegründete Verein Neckarstadt Kids habe zum Neckarstadt Cup eingeladen.

Ideen und Vorschläge stießen aber bei den Bewohnern und Akteuren rund um das Jugendhaus auf wenig Begeisterung: Immer sei nur die Rede vom Neckarvorland und von der Mittelstraße, von Prestigeobjekten wie dem Kulturkiosk. Die Preise dort seien für die Kinder und Jugendlichen nicht bezahlbar, so der Vorwurf. „Und was wird hier gemacht?“, fragten Mütter und Jugendliche. Der Spielplatz beim Jugendhaus werde von Hunden verschmutzt. Die Kinder hätten hier auch gern mal ein neues Spielgerät.

Auf dem ungepflegten Erlenhof-Sportplatz breche man sich die Beine, heißt es weiter. Der Weg zwischen Sportplatz und Jugendhaus sei zudem mangels Beleuchtung ein Angstraum für Kinder und Erwachsene, zumal dort auch gedealt werde. Auf anderen Spielplätzen, wie beispielsweise dem Postspielplatz an der Draisstraße, sei Fußball verboten. „Alles wird hier immer kinderungerechter und feindlicher, alles ist verboten, sollen die Kinder immer nur leise gestellt werden oder nur daheim sitzen?“, fragten die Mütter. „Deshalb gibt es das Jugendhaus, eine wichtige Einrichtung für die Neckarstadt“, sagte der Fraktionsvorsitzende Ralf Eisenhauer. Auch er hat hier Cowboy und Indianer gespielt. Stadtrat Thorsten Riehle erklärte: „Wir werden das Jugendhaus Erlenhof unterstützen, damit es seine Arbeit in der Qualität, die es auszeichnet, fortsetzen und ausweiten kann.“ Um die Situation zu verbessern und sicherer zu machen, schlug er beispielsweise Urban Gardening vor sowie eine LED-Leuchte. Stadtrat Reinhold Götz erklärte: „Das Jugendhaus braucht mehr Personal – vor allem für den Abenteuerspielplatz, der in Größe und Herausforderungen mit keinem anderen in der Stadt vergleichbar ist.“ Kinder bräuchten Räume, wo sie sich treffen könnten. Hoffnung setzt Götz auf den angekündigten Umbau des Kaisergartens der Herz-Jesu-Kirche. „Dann gibt es in der Neckarstadt mehr Platz für die Aktivitäten von Kindern und mehr Freiräume.“