Neckarstadt-West

Neckarstadt-West Umsonst-Flohmarkt des Projekts SOMA

Essensprojekt geplant

Wenn "fer umme" doch auf einmal wertvoll wird, dann steckt viel Engagement und Herzblut dahinter. Mit Feuereifer dabei waren die Helfer des Projekts "Selbstorganisiert in Mannheim" (SOMA) in der Neckarstadt-West, als sie zum wiederholt ihren "Umsonst-Flohmarkt" organisierten.

Sophie vom überwiegend jungen Team erzählte, dass sie im Winter 2016 zum ersten Mal und eigentlich aus der Not heraus wegen der schlechten Witterung in das Café Wild West in der Alphornstraße umgezogen waren. Ursprünglich hatte er auf dem Alten Messplatz stattgefunden und war stets gut besucht. "Wir veranstalten den Flohmarkt einmal im Monat. Alle Dinge, die hier erworben werden können, sind ausschließlich Spenden. Wir sind hier auf freiwilliger Basis, was sehr gut funktioniert!". Denn die Grundlage der gemeinsamen Arbeit sind freie, aber verbindliche Vereinbarungen und die gegenseitige Hilfe aller Beteiligten.

SOMA, das seit guten drei Jahren existiert, möchte ein Raum für kollektive Strukturen und Projekte, für Toleranz und Vielfalt sein. Einen Ort der Kommunikation und einen Experimentierraum für alle Beteiligten, den alle zusammen gestalten. Mit Kommunikation ist dabei sowohl die Verständigung unter den Mitgliedern gemeint, als auch die Beziehung ihrer Vorstellungen von Zusammenleben in der Gesellschaft. Man hat sich viel vorgenommen: Selbstverwaltung und Selbstorganisation zu erlernen und dieses Wissen auch weiterzuvermitteln. Das Café, das zugleich auch Standort der aktiven Vertreter von SOMA ist, wurde inzwischen zu einem wichtigen Ort innerhalb des Stadtteils und ist vor allem für die Nachbarschaft. Es wird durch sie getragen werden. "Mich beeindruckt diese Initiative sehr und ich überlege, ob ich nicht auch mithelfen werde", meinte der 21 jährige Gabriel Dürr, Student in Mannheim, der gleich noch einen Stapel Bücher mitnahm. Es gibt also doch noch Leseratten unter den jüngeren Leuten, ein Grund zur Freude.

Nächster Termin 21. Oktober

Besonders Kleidung lag auf den Tischen, gepflegt und sehr gut in Schuss und war auch am meisten gefragt. Daneben Küchenutensilien kleineren Formats. "Wir würden gerne auch größere Gegenstände wie Regale oder Schränke anbieten, doch das geht logistisch zurzeit noch nicht. Alles, was übrig bleibt, muss von uns wieder mitgenommen werden", erklärt Sophie dazu. Dafür allerdings werden mit der Hilfe der vielen Anregungen, die auf die engagierten Leute zukommen, ständig neue Ideen geboren. So ist ein Essensprojekt geplant, der nächste Umsonst-Flohmarkt sowieso. Er wird am 21. Oktober stattfinden. eig