Neckarstadt-West

Neckarstadt 200 Schüler bei der Einweihung des neuen Kinderwegs im Stadtteil

Fußabdrücke in Magenta als Hilfe

Kinder sollen sich in ihrem Stadtteil wohlfühlen und sicher zur Schule oder zu Freizeiteinrichtungen gelangen. Müssten da nicht zusätzliche Hinweisschilder angebracht werden? Der neue Kinderweg zeigt, dass zwei Fußabdrücke in Magenta, in einer auffällig kleinen Schuhgröße, diesen Zweck ebenfalls erfüllen.

Fußabdrücke führen jetzt vom Jugendhaus Erlenhof zum Neumarkt, vorbei an der Humboldt-Werkrealschule, ähnlich wie im Märchen Hänsel und Gretel. Im Zuge der Lokalen Stadterneuerung (LOS) Neckarstadt-West, die von der städtischen Entwicklungsgesellschaft MWSP initiiert wird, spielen die Belange von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle. Eingeweiht wurde der Kinderweg am Jahrestag der UN-Kinderrechtskonventionen. Treffpunkt war das Jugendhaus Erlenhof. Eingeladen waren Kinder aus der Neckar- und Humboldt- Grundschule, Humboldt- Werkreal- und Marie-Curie-Realschule. „Wir haben alle Klassen eingeladen und offengehalten, wer teilnehmen möchte“, sagte Laura Müller, Jugendförderung. Rund 200 Schüler aller Altersstufen waren zur Einweihung gekommen.

Straße nicht nur für Autos

„Heute geht es um euch, ihr seid die ersten, die den Kinderweg gehen werden. Ihr tut es stellvertretend für alle Kinder, die hier im Stadtteil leben“, sagte Bildungsbürgermeister Dirk Grunert. Auf dem Weg wurden zusätzliche Kennzeichnungen angebracht und manche Abschnitte als Spielstraßen ausgewiesen. „Uns als Erwachsenen ist es wichtig, dass ihr zu eurem Recht auf den Straßen kommt. Die Straße ist nicht nur für Autofahrer da, sondern auch für euch. Ihr seid gleichberechtigte Teilnehmerinnen und Teilnehmer im öffentlichen Straßenverkehr“, so Grunert im Hinblick auf die UN-Kinderrechtskonventionen.

Die Eröffnung des Kinderweges stellte den Höhepunkt der gemeinsamen Kooperation der Stadt Mannheim mit dem Deutschen Kinderhilfswerk anlässlich des 30. Jubiläums dar. Außerdem beteiligt sich die Stadt am Zertifizierungsverfahren zur „Kinderfreundlichen Kommune“, das vom Deutschen Kinderhilfswerk und UNICEF begleitet wird. „Die Idee mit den Fußabdrücken stammt übrigens vom ehemaligen Benjamin Franklin Village, dort hatten die Kinder ebenfalls solche Wegweiser zur Schule“, sagte Achim Judt, Geschäftsführer der MWSP. Schließlich durften sich die Kinder eine Brezel als Wegzehrung nehmen, kurz darauf setzte sich der Zug in Bewegung und folgte den leuchtenden Magenta-Spuren durch die komplette Neckarstadt-West. Dabei hatten die Kinder ihren Spaß, ein schöner Nebeneffekt des Kinderwegs. Mit dabei waren auch die Heavy Bones, das Posaunenensemble der Musikschule Mannheim, so wurde die Einweihung zu einem stimmungsvollen Ereignis.