Neckarstadt-West

Neckarstadt-West Humboldtschüler zeigen Figurentheaterstück „Der schaurige Schusch“

Herzen der Kinder erobert

Archivartikel

„Herzlich willkommen in der Bernhard-Kahn-Bücherei und viel Spaß beim schaurigen Schusch““, so begrüßte Bibliotheksleiter Jan Nix die zahlreichen kleinen und großen Gäste in der Stadtteilbibliothek der Neckarstadt-West. Das Figurentheaterstück der 6. Klasse der Humboldt-Werkrealschule hatte in der Bücherei vor etwa 60 Kindern Premiere.

Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Sabine Büchner und Charlotte Habersack. Regie führte die Mannheimer Figurenspielerin Maren Kaun. Es war ein besonderes Stück im Rahmen der Mannheimer Figurentheatertage. Seit Oktober lief das Projekt an der Humboldtschule in Kooperation mit der Stadtbibliothek Mannheim und dem Jugendamt Mannheim, gefördert von der Landesbildungsvereinigung Baden-Württemberg e.V.

„Das Stück ist entstanden in einer Schule in der Neckarstadt, deshalb ist es auch richtig, dass die Premiere hier stattfindet“, sagte Bettina Harling, zuständig bei der Stadtbibliothek für das Sachgebiet Bibliothekspädagogik. Die diplomierte Puppenspielerin Kaun hatte das Theaterstück zu dem Bilderbuch zusammen mit den Schülern von Sigrid Falsarella entwickelt und einstudiert.

„Es ist gar nicht so einfach gewesen für die Kinder, sich vor andere hinzustellen, laut und deutlich zu sprechen, so dass es für die Zuschauer verständlich ist“, so Kaun. Erst hat die Puppenspielerin mit den Schülern den Text gelesen und das Projekt so aufgestellt, dass die Elf- bis 14-Jährigen das Stück für Kindergartenkinder spielen können. „Erst hatte ich ein bisschen Angst gehabt, aber dann hat es Spaß gemacht und dadurch ist auch der Zusammenhalt in der Klasse gewachsen“, erzählte Jaylen (11).

Freundlicher als erwartet

Mucksmäuschenstill war es bei der Vorführung in der Bernhard-Kahn-Bücherei. Eine halbe Stunde lauschten die Kinder aus drei Kindertagesstätten in der Neckarstadt, im Herzogenried und aus Feudenheim der Geschichte. Die Nachricht verbreitete sich unter den Bewohnern des Dogglspitz, dem höchsten Berg weit und breit, wie ein Lauffeuer, das der „Schusch“ in ihre Nachbarschaft zieht. Das verunsichert das scheue Huhn, den bockigen Hirsch, die garstige Gans, das maulige Murmeltier und sogar den Party-Hasen, die noch nie etwas anderes gesehen haben als die eigene Bergspitze. Man weiß zwar nichts Genaues, aber es gibt Gerüchte: Der „Schusch“ soll groß sein wie ein Cola-Automat, zottelig wie eine alte Zahnbürste und stinken wie ein nasser Hund. Man sagt sogar, der schaurige „Schusch“ würde wild küssen und sein Lieblingsgericht wäre Hasenbraten. Besonders dem Hasen macht das Angst. Die Bewohner wollen eine Mauer bauen, um die Gemeinschaft zu schützen. Aber es ist zu spät: Der „Schusch“ ist schon da und er lädt alle zu einer Einweihungsparty ein. Keiner will hingehen. Nur der Partyhase traut sich doch und plötzlich merken alle: So schaurig ist der „Schusch“ gar nicht. Er ist viel kleiner und freundlicher als erwartet.

Die Vorstellung dauerte kindergerechte 30 Minuten und schaffte es, die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Der „Schusch“ eroberte die Herzen. Am Ende konnten sich die Puppenspieler Jaylen, Ardrit, Ertun, Denny, Jason, Sara, Alayna, Sabina, Vestia und Moses über viel Applaus freuen.