Neckarstadt-West

Neckarstadt-West Bezirksbeirat diskutiert über die Situation im Stadtteil / Schulgrenzen sollen verändert und angepasst werden

Humboldtschule: Politiker hadern mit Zeitplan

Archivartikel

Zentrales Thema bei der von Stadtrat Thorsten Riehle geleiteten Bezirksbeiratssitzung war die Schulentwicklung in der Neckarstadt-West. Zur geplanten Humboldt-Ganztagsgrundschule erklärte Heike Fleischmann vom Fachbereich Bildung: 2018 habe der Gemeinderat den Neubau auf dem früheren Tankstellenareal beschlossen.

Doch die Frage sei, ob die Schule drei- oder vierzügig sein solle. Denn im Gegensatz zu den anderen Grundschulen im Stadtteil weise die Humboldt-Grundschule langfristig rückläufige Schülerzahlen auf. Das prognostizierte Maximum liegt laut Stadt bei 267 Schülern in den Schuljahren 2032 bis 2035, was einer knappen Dreizügigkeit entspreche. Im Gegensatz dazu seien für die Käthe-Kollwitz-, Neckar- und Uhland-Grundschule bis 2033/34 steigende Zahlen zu erwarten, und das bei knappem Raumangebot. Vor diesem Hintergrund und wegen des steigenden Bedarfs an Schulkinderbetreuung und differenzierter Unterrichtsgestaltung schlägt die Verwaltung vor, den Neubau zur Entlastung der anderen Schulen vierzügig zu planen und die bestehenden Schulbezirksgrenzen in der Neckarstadt-West anzupassen.

Insgesamt sechs Jahre

Stadtrat Reinhold Götz (SPD) kritisierte den Zeitplan. Eigentlich sollte die neue Schule zum Schuljahresbeginn 2023/24 ihre Arbeit aufnehmen. Doch nach der Beschlussvorlage sei das erst 2025/26 der Fall. Lutz Jahre, Leiter des Fachberichts Bildung, erläuterte: Klärung der Rahmenbedingungen – neun Monate, Wettbewerbsverfahren – zwölf Monate, Entwurfsplanung – zehn Monate, Baugenehmigung – vier Monate, Werkplanung und Ausschreibung – elf Monate und Bauphase – 24 Monate – insgesamt fast sechs Jahre. Die Bezirksbeiräte stimmten der Beschlussvorlage einstimmig zu.

Nach Umzug der Grundschüler in den Neubau soll laut Stadt mit der Sanierung des Altbaus begonnen werden. Bezirksbeirat Roland Schuster (Linke) und die Stadträte Götz und Raymond Fojkar (Grüne) würden es begrüßen, wenn aus Humboldt-Werkrealschule und Marie-Curie-Realschule eine Ganztagsschule würde – unter dem Dach der Humboldtschule. Doch für eine perspektivische gemeinsame Schulentwicklung der Humboldt-Werkrealschule und der Marie-Curie-Realschule gebe es noch keine Zustimmung, wandte Jahre ein.

Harald Leber, Leiter der Humboldt-Werkrealschule, gab zu bedenken: „Wenn dies auf Realschulniveau und nicht auf Grundniveau geschieht, werden es die Werkrealschüler schwer haben.“ Für die Werkrealschule allein aber sei die Humboldtschule zu groß, sagte Götz. „40 Millionen Euro für die Sanierung eines Gebäudes, das hinterher zu einem Drittel leer steht, da wird der Gemeinderat nicht mitspielen“, befürchtete er. Vor allem aber ist Reinhold Götz für mehr Ganztagsgrundschulen im Stadtteil. Da jedoch an der Neckarschule, die zum neuen Schuljahr eine neue Schulleitung erhält, aktuell keine Interessenbekundung für eine Neuorientierung vorliege, bleibe abzuwarten, welche Pläne die künftige Schulleitung verfolgt, so Fleischmann.

Zur Hans-Zulliger-Schule erklärte sie, das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum sei in seiner Struktur als Durchgangsschule angelegt. Ziel sei, eine möglichst rasche Rückführung der Schüler in eine Regelschule. Vor diesem Hintergrund sei die Schüleranzahl seitens des Landes auf 45 Schüler gedeckelt. Eine Ausweitung der Schule sei derzeit nicht vorgesehen.

Bezirksbeirat Christian Stalf (CDU) wandte ein, dass die Schule auch viele externe Schüler habe, für die Schulleiterin Jutta Sahner mehr Raum brauche. Überlegt wurde die Nutzung von Räumen an anderen Schulen. Jahre wies auf das Hausrecht der Schulleiter hin. Voraussetzung sei ein gegenseitiges Verständnis. ost