Neckarstadt-West

Neckarstadt 19. Grillfest am anderen Ufer von PLUS

Im Zeichen des Regenbogens

Archivartikel

Ob schwul oder lesbisch, ob trans-,bi- oder intersexuell – die Verantwortlichen von PLUS, der Psychologischen Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V, wünschen sich ein Umfeld, in dem das eigene Geschlecht und die eigene sexuelle Orientierung nicht in Frage gestellt werden. Auf der Neckarwiese leuchteten die Regenbogenfarben jedenfalls optimistisch im Sonnenlicht. Unterhalb der Kurpfalzbrücke machte sich Grillduft breit und die Besucher konnten diverse Sportangebote wahrnehmen. Bereits zum 19. Mal luden die Organisatoren von PLUS zum „Grillfest am anderen Ufer“ auf die Mannheimer Neckarwiese ein.

1000 Besucher

Nur im vergangenen Jahr sei die Veranstaltung ausgefallen, „weil der Verein parallel einen Umzug zu bewältigen hatte“, wie Ulli Biechele erklärte. Der Diplom-Psychologe ist Mitglied der Geschäftsführung und gleichzeitig Leiter von KOSI.MA, dem Kompetenzzentrum zu sexuell übertragbaren Infektionen, das in Trägerschaft von PLUS fungiert. „Es werden wohl wieder über 1000 Besucher werden“ rechnete er vor. „Dafür sind über 100 Ehrenamtliche auf den Beinen“, wie Biechele verriet.

Vom Grill gab es leckere Würstchen und Steaks sowie alternativ auch Veggie-Burger. Für den süßen Hunger stand eine reichhaltige Auswahl an Kuchen bereit. „Vor 20 Jahren haben wir noch mit 100 Besuchern angefangen“, erinnerte sich Biechele: „Jedes Jahr kamen dann ein bisschen mehr.“ Mittlerweile sei das ein echter Treffpunkt für die Community, freute er sich. Hier sei ja richtig was los, zeigte sich ebenso Regina Müller überrascht. Die Senioren nutzte ihren Spaziergang, um bei dem Fest vorbeizuschauen. „Wer es wie mit wem mag, ist doch Privatsache“, zeigte sich die 71-Jährige tolerant.

Viele Infostände

„Für uns hat dieses Fest natürlich auch eine wichtige Bedeutung in Sachen Öffentlichkeitsarbeit“, sagte Psychologe Biechele. Deshalb standen jede Menge Informationsstände bereit, an denen die Besucher Einblicke in die Arbeit von PLUS gewinnen konnten. „Uns ist es besonders wichtig, die Angebote für alle Menschen zugänglich zu machen“, betonte er. „Die Einnahmen der Festivität dienen unter anderem aber auch dazu, Migranten zu unterstützen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung aus ihrer Heimat flüchten mussten“, so Biechele.

Spannung versprach dann nicht nur die Ziehung der Tombola. Ebenso das von den Mannheimer VolleyDolls gemeinsam mit dem lesbischen Frauensportverein „Xanthippe springt im Quadrat“ veranstaltete Fußball-Turnier bot viele enge Entscheidungen. Um die jüngsten Besucher sorgte sich ILSE, die Initiative lesbischer und schwuler Eltern, mit einem eigenen Angebot. „Wir von PLUS sind auf jeden Fall auch beim Mannheimer Christopher Street Day am 11. August dabei“, versprach Ulli Biechele. jba