Neckarstadt-West

Neckarstadt 24 000 Euro fließen aus Stuttgart in die Arbeit mit Kindern aus Osteuropa – vor allem in erlebnispädagogische Angebote

Jugendhaus Erlenhof erhält Landesmittel

Erst vor kurzem beklagten Eltern bei einem Stadtteilgespräch der SPD die aus ihrer Sicht prekäre Lage im Jugendhaus Erlenhof in der Neckarstadt-West. Die Einrichtung werde vernachlässigt, so ein Vorwurf (wir berichteten). Nun stellt das Land Baden-Württemberg Städtebau-Fördermittel aus dem nichtinvestiven Bereich für die beliebte Einrichtung zur Verfügung.

Gesamtkosten 40 000 Euro

Laut Mitteilung des Wirtschaftsministeriums soll das Geld in Angebote für Kinder und Jugendliche fließen, die neu aus Osteuropa zugewandert sind und besondere Sprach- und andere Probleme haben. Für dieses Projekt im Sanierungsgebiet „Untermühlaustraße“ erhält die Stadt 24 000 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 40 000 Euro. Die Stadt investiert demnach 16 000 Euro. Die Laufzeit beträgt vier Jahre (2018 bis 2021). Geplant sind erlebnispädagogische Angebote, eine Fahrradwerkstatt sowie Sport, Tanz und Musik-Angebote.

Das Jugendhaus Erlenhof ist, laut Auskunft der Stadt, Anlaufstelle für täglich bis zu 100 Besucherinnen und Besucher. Der Anteil von Migranten beträgt fast 90 Prozent. Vor allem das Tanzenangebot ist ein Renner, die Gruppen sind stets ausgebucht. „Deshalb soll mit einem neuen Angebot in den Bereichen Tanz/Musik/Entwickeln von eigenen Songtexten der großen Nachfrage Rechnung getragen werden“, heißt es auf Anfrage der Zeitung.

Stefan Fulst-Blei, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzender des SPD-Kreisverbands, freut sich über die Neuigkeit: „Mit diesem Projekt können ausreichende Deutschkenntnisse vermittelt werden und damit Sprachbarrieren abgebaut werden“. Sein Kollege und Stadtrat, Boris Weirauch, ergänzt: „Sprache ist essenziell für die Integration, daher ist es sehr gut, dass die früh ansetzenden Programme der Stadt Unterstützung vom Land erhalten.“

Kommunen finanzieren 40 Prozent

Insgesamt fördert das Land 14 Einzelprojekte. 14 Kommunen erhalten in 2018 rund 845 000 Euro. Ziel sei, Kinder und Jugendliche in der Freizeit zu betreuen, Migranten zu integrieren und das Stadtteilimage zu verbessern. Auch die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, die Teilhabe von älteren Menschen am Leben im Quartier oder eine bedarfsgerechte Nahversorgung werden, laut Behörde, unterstützt.

Die Fördermittel erhalten die Städte und Gemeinden. Sie können unter anderem für ein Quartiersmanagement oder einen Verfügungsfonds verwendet werden, bei dem die Bewohner selbst über den Einsatz entscheiden. Die Kommunen müssen in der Regel rund 40 Prozent selbst zu den Kosten beitragen. Für ein Sanierungsgebiet können innerhalb von fünf Jahren maximal 100 000 Euro vom Land bewilligt werden.

In dem städtebaulichen Erneuerungsgebiet Untermühlaustraße wurden im Rahmen des Landes-Programms „Nichtinvestive Städtebauförderung“ in den Jahren 2015 bis 2017 bereits rund 27 750 Euro zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurde 2016 die Neugestaltung des Abenteuerspielplatzes des Jugendhauses im Rahmen des Bund/Länderprogramms „Soziale Stadt“ gefördert (Gesamtkosten 140 000 Euro). Damals entstand unter anderem die von den Kindern und Jugendlichen geplante Hangrutsche.

Die SPD-Politiker plädierten beim Vor-Ort-Termin auch für mehr Personal auf dem Freigelände.