Neckarstadt-West

Neckarstadt-West Auf Streife mit dem Besonderen Ordnungsdienst BOD und Sicherheitsdezernent Christian Specht

Lärm, Müll, Verkehr – Stadt will Sicherheitsgefühl stärken

Lag es am Brückentag nach Allerheiligen oder daran, dass kurz zuvor der Reinigungsdienst durchgegangen war oder aber daran, dass seit sieben Wochen der Besondere Ordnungsdienst (BOD) der Stadt Mannheim mit seinem neuen Sicherheitsmobil vor Ort im Einsatz ist? Bei der Streife der Beamten in der Neckarstadt-West mit Sicherheitsdezernent Christian Specht und BOD-Sachgebietsleiterin Anja Bischoff präsentierte sich der Stadtteil bis auf wenige Ausnahmen sauber, ruhig und weniger zugeparkt als üblich.

Ein halbes Jahr vor Ort

Erster Bürgermeister Specht erläuterte, dass seit September die Mitarbeiter des BOD hier vor Ort im Einsatz seien. Es gebe aber noch keine Auswertung, beziehungsweise ein Lagebild, das so belastbar sei, dass daraus Schlussfolgerungen gezogen werden könnten. „Wir sind noch in der Anlaufphase“, so Specht. Immer donnerstags bis samstags von 18 bis 24 Uhr sind die Beamten nun ein halbes Jahr lang vor Ort. Außerdem wollten sie „mit zusätzlichen Schwerpunktaktionen in der dunklen Jahreszeit und am Wochenende, wenn hier in der Neckarstadt richtig was los ist, ein Zeichen setzen“, so Specht.

Zwei Mitarbeiter sind im Wechsel auf Streife unterwegs, zwei weitere zeigen Präsenz am Sicherheitsmobil oder sie sind über Handy unter der Nummer 0160/25 40 040 erreichbar. „Sie sind Ansprechpartner für die Bürger, die sie direkt auf Missstände und Störungen hinweisen und die Beamten bei Bedarf umgehend einschreiten können“, erklärte der Bürgermeister. Anders als einen Container könne der BOD das Sicherheitsmobil gut bewegen und sei an wechselnden Orten präsent: am Neumarkt, Alten Messplatz, in der Mittel-, Zehnt- oder Humboldtstraße.

„Es geht dabei nicht, wie bei der Polizei, um die Ermittlung von Fallzahlen, sondern um eine Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls“, so Specht. Zwar gebe es Orte im Stadtteil, wie beispielsweise die Endhaltestelle am DB-Bahnhof, die er seinen Töchtern am Abend nicht empfehlen und wo er selbst sich auch nachts nicht aufhalten würde. „Aber hier gibt es keine No go Area“, betonte Specht unter Hinweis auf den „Aufreger“ vom vergangenen Sommer, als eine Journalistin von außerhalb Mannheims das behauptete. „Dass die Endhaltestelle nachts gemieden wird, liegt auch daran, dass die Deutsche Bundesbahn diese nicht sauber hält“, sagte SPD-Bezirksbeirat Holger Keck.

Die BOD-Mitarbeiter Maik Weickert und Gary Münch zählten auf, um was sie sich kümmern: Das reicht von Kontrolle des ruhenden Verkehrs, über wilde Müllablagerungen und Lärmbelästigungen bis hin zur Überprüfung der erlaubten Anzahl von Glücksspielautomaten in Gaststätten. Eine alkoholisierte Gruppe am Rande des Neumarktes ließ laut lachend und palavernd die Flaschen kreisen. „Fahrt mal ein bisschen runter“, forderte Maik Weickert die angeheiterte Runde auf. „Bei den jungen Leuten handelt es sich aber nicht um die bekannte Trinkerszene am Neumarkt, die sich in der kalten Jahreszeit verzogen hat“, erzählte er. Beim Streifgang durch die Pestalozzistraße stießen die Beamten auf eine Gruppe junger Männer, die sich um ein verbotswidrig am Straßenrand abgestelltes Fahrzeug lauthals unterhielten. „Hey Maiki“, begrüßten die Männer den Mann. Sie seien gerade gekommen und führen gleich wieder weg. Der vertraute Umgangston zeigte, die BOD-Mitarbeiter sind im Stadtteil angekommen und werden respektiert. Eine ähnliche Szene am Rondell vor der Humboldt-Schule: „Hier ist endlich eine deutliche Abgrenzung des Schulhofes erforderlich“, erinnerte Bezirksbeirat Keck an die langjährige Forderung.

Wilde Ablagerungen

Aktiv wurden die Beamten bei verkehrswidrig auf den Gehwegen oder an Straßenecken abgestellten Fahrzeugen, bei einer wilden Müllablagerung am Spielplatz Zehntstraße und wegen der Restmüllablagerung auf dem gesamten Gehweg gegenüber des Kindergartens St. Michael. Dies trübte den insgesamt positiven Eindruck trübte.