Neckarstadt-West

Neckarstadt-West Rundgang mit dem Netzwerk Wohnumfeld des Quartiermanagements, Politikern und Bürgern

Mehr Personal für Erlenhof gefordert

Archivartikel

Zahlreiche Bürger und Bezirksbeiräte nahmen teil am Rundgang durch den Stadtteil Neckarstadt-West, veranstaltet vom Netzwerk Wohnumfeld zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel (CDU). „Es geht um Sicherheit und Sauberkeit, aber auch um die zwei Einrichtungen im Stadtteil, die Qualifizierungsinitiative Quist und das Jugendhaus Erlenhof, die es beide zu unterstützen gilt“, erklärte der Sprecher des Netzwerks, Maik Rügemer.

Ein Testlauf

„Wir nutzen die Sommerzeit und sind in den Stadtteilen unterwegs“, sagte Löbel. „Dass auch Petar Drakul dabei ist, daran sieht man, welche Bedeutung die Neckarstadt für den Oberbürgermeister hat“, so der Bundestagsabgeordnete. Und der persönliche Referent des Oberbürgermeisters bezog auch sogleich Stellung zur Kritik an der Verschmutzung vor der neuen Toilette auf dem Neumarkt. „Es gab Bedarf, es ist ein Testlauf, wir schauen uns das einfach mal an und sehen, ob wir dafür Akteure vor Ort gewinnen“, sagte Drakul. Danach zählte er die bereits durchgeführten und geplanten Verbesserungen durch Neugestaltung des Neumarkts und weitere Maßnahmen der Lokalen Stadterneuerung (LOS) auf (wir berichteten).

Auf Klagen der Bewohner wegen der mangelnden Sauberkeit im Quartier ließ Drakul wissen: Die Stadt werde fünf Personalstellen schaffen für die Neckarstadt, auch um die Sauberkeit zu verbessern. Um Umweltverschmutzung ging es in der Elfenstraße. Im Anwesen 26 werde mit Holz geheizt, bemängelten Anwohner. Dem widersprach Harald Born vom Fachbereich Sicherheit. Bei einer unangekündigten Kontrolle habe man festgestellt, dass dort ordnungsgemäß geheizt werde.

Anwohner des Spielplatzes Zehntstraße klagten über Lärm durch nächtliche Nutzer. Wie oft der Ordnungsdienst dort kontrolliert und ob schon mal Ordnungsgelder ausgesprochen wurden, wollten Maik Rügemer und Stadtrat Thomas Hornung (CDU) wissen. Born erwiderte, ab 20 Uhr abends würden die Ordnungskräfte immer wieder vorbeischauen. Sie könnten natürlich keine Standwache einrichten, hätten aber schon Platzverweise erteilt. Eine Ordnungsstrafe könne man nur dann aussprechen, wenn der Verursacher festgestellt werde und das sei schwierig. „Es ist schon wesentlich besser geworden seit der verstärkten Präsenz von Ordnungsdienst und Polizei“, stellte Rügemer fest. Die Präsenz müsse aber dauerhaft sein.

Letzte Station war das Jugendhaus Erlenhof, wo der Vorplatz und die Zufahrten komplett zugeparkt waren. „Da haben die Jugendlichen keinen Platz mehr, um ihre Räder abzustellen“, bemängelte Rügemer. Klemens Hotz, Leiter des Fachbereichs Jugendförderung, berichtete: Das 1954 eröffnete Jugendhaus wird vormittags intensiv von den umliegenden Schulen genutzt. Am Nachmittag bieten die Mitarbeiter von Montag bis Freitag Kindern und Jugendlichen eine breite Angebotspalette. Im Jugendhaus gibt es drei feste Personalstellen und eine zusätzliche Stelle für den Abenteuerspielplatz. Dieser war bei der Begehung durch rotweiße Bänder abgesperrt. 50 Bäume mussten dort wegen einer Rostrindenkrankheit entfernt werden. „Doch bis zu den Ferienspielen wird er wieder begehbar sein“, versprach Hotz.

Wegen der vielen jungen Nutzer, aber vor allem wegen der Jugendlichen, die den Besuch im Jugendhaus zu anderen Zwecken missbrauchen, arbeiten die Mitarbeiter schon länger am Limit. „Wir sind dem Revierleiter der Neckarstadt sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit“, sagte Jugendhausleiterin Anita Altmann. Seit 20 Jahren fordere man eine zweite Stelle für den Abenteuerspielplatz und auch für den Holzbauplatz könne man eine zweite Kraft gebrauchen. „Der Erlenhof braucht mehr Personal und auch die Bäume müssen wiederaufgeforstet werden“, sagte Maik Rügemer. Und Löbel erklärte: „Es könnte mehr Personal sein – auch aus pädagogischen Gründen.“ Er versprach, das Thema mit in die Etatberatungen zu nehmen.