Neckarstadt-West

Neckarstadt-West Gut besuchte Informationsveranstaltung zur Neugestaltung des Neumarkts

Mehr Platz, weniger Autos

Archivartikel

Mehr Platz, zusätzliche Bänke, weniger Autos und öffentliche Toiletten: In den kommenden Monaten wird der Neumarkt umgestaltet. Zur Information durch das Team der Lokalen Stadterneuerung (LOS) waren mehr als 60 Bürger gekommen. „Wir legen los, das ist das Synonym von LOS – wir wollen einiges verändern“, erklärte MWSP-Geschäftsführer Achim Judt.

Ende der 1980er Jahre sei der zentrale Platz schon mal neu gestaltet worden, werde heute aber den Anforderungen nicht mehr gerecht, so Judt. „Ziel ist eine Umgestaltung Schritt für Schritt durch kleine sichtbare Veränderungen.“ Christian Konowalczyk vom Stadtplanungsamt erläuterte: „Die strikte Dreiteilung des Platzes in Parkplatz, Grünfläche und Spielplatz soll aufgehoben und eine Verbindung zum Neckarvorland geschaffen werden.“ Dazu hat die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich fünf Büros beteiligten. Gewonnen hat das Kölner Büro Grünbox, bekannt durch die Gestaltung des Glücksteinplatzes auf dem Lindenhof.

Nach dem Entwurf soll anstelle der Parkplätze vor der Neckarschule eine „Stadtbühne“ entstehen. Als Übergang von dieser multifunktionalen Freifläche zur Grünfläche dienten Holzbänke, die auch als Bühne nutzbar seien. Der Spielplatz, der ebenfalls in die Jahre gekommen ist, soll auf das Doppelte seiner Fläche vergrößert werden. Im vorderen Bereich geplant ist ein attraktiver Spielplatz zum Austoben für die Kinder und im hinteren Bereich ein „Schattenhain“ zum Boule- oder Schachspielen.

Übergang zum Neckar

Zur verkehrlichen Situation erklärte Konowalczyk: „Bis zum 28. Juni sind die Parkplätze an der Dammstraße fertig.“ Durch Längs- statt Querparken seien 30 zusätzliche Parkplätze (insgesamt 74) als Ersatz für die 24 Parkplätze vor der Neckarschule geschaffen worden. Um eine Verbindung zum Bürgerhaus zu schaffen, werde der Verkehr umgeleitet und ein Übergang zum Neckarvorland geschaffen durch eine markierte blaue Fläche.

Projektbetreuerin Jennifer Sebök präsentierte die überdimensionierten farbenfrohen Stadtmöbel, die bei einem Workshop mit Flüchtlingen in der ehemaligen Sparkasse geschaffen wurden. Die unterschiedlich hohen Sitzbänke sollen im Stadtteil aufgestellt werden, beispielsweise auf der „Stadtbühne“. Für die neue Freifläche wurde ein kleiner Entwurfswettbewerb mit lokalen Künstlern ausgelobt. Die Ergebnisse werden ab 5. Juli ausgestellt auf der „Stadtbühne“, die ab 28. Juni zunächst durch Pflanzkübel und die Stadtmöbel und später durch Poller abgesperrt wird. Die gestalterische Umsetzung durch eine Fachfirma ist im August geplant. Bereits am 22. Juni wurde testweise eine öffentliche Toilette unter der Pergola beim Spielplatz aufgestellt, um wildes Urinieren zu vermeiden, so Sebök. Die ökologische Toilette werde einmal täglich gereinigt.

Maik Rügemer, Sprecher des Arbeitskreises Wohnumfeld im Quartiermanagement, bemängelte, dass Hinweisschilder fehlen würden. Anwohner Manfred Koschik befürchtet, dass durch das stille Örtchen Trinker angezogen werden könnten. „Aufwertung ist gut“, betonte er aber. Problem seien die Parkplätze, wenn man bei Dunkelheit von der Dammstraße ins Quartier laufen müsse. Ein anderer Bewohner fürchtet Trubel und Lärm rund um die „Stadtbühne“.

Zur Aussage, es werde „Schritt für Schritt“ vorgegangen, sagte Stadtrat Reinhold Götz (SPD). „Es kann aber nicht sein, dass das jahrelang dauert.“ Die Mittel für die Umsetzung sollten spätesten im nächsten Doppelhaushalt eingestellt werden. „Ende der Maßnahme muss in zwei Jahren sein, damit das überschaubar ist, sonst läuft die Bürgerbeteiligung ins Leere“, sagte er.

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