Neckarstadt-West

Neckarstadt Projekt im Arbeitskreis Alter Messplatz vorgestellt / Finanzierung nach wie vor nicht in trockenen Tüchern

Mitmach-Museum rund um die deutsche Sprache

Archivartikel

Auf einem Teil der südlichen Platzhälfte des Alten Meßplatzes plant das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) ein „Haus der deutschen Sprache“ zu errichten. Im Arbeitskreis Alter Meßplatz, der von Karl Lederer geleitet wurde, stellte Direktor Henning Lobin das Projekt vor. „Wenn nicht in Mannheim, der Stadt der deutschen Sprache und des Duden, wo sonst könnte ein solches Haus errichtet werden?“, fragte er.

„Zur Verbesserung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache, gerade angesichts der sprachlichen Verrohrung, aber auch zur Integration, bedarf es eines Diskussionsforums, auf dem Forschung und Praxis zueinanderfinden, voneinander lernen und sich gegenseitig befruchten“, erläuterte der Direktor. Dabei räumte er von vornherein Bedenken aus, „dass es wieder nur ein elitäres Museum mit Büchern werden soll, das nur von Studenten und Wissenschaftlern genutzt wird“. Vielmehr solle es eine Art Mitmach-Museum rund um die deutsche Sprache werden, mit Ausstellungs- und Bibliotheksräumen sowie multimedialer Technik: ein „virtuelles” Haus der deutschen Sprache, das Jung und Alt zum Mitmachen einlädt.

Außerdem soll es im „Haus der deutschen Sprache“ (wobei über den Namen noch einmal nachgedacht werden soll) für die Einwohner und Besucher Mannheims, für Schulklassen und Vereine Ausstellungen geben – zum Beispiel zur Geschichte und Verbreitung der deutschen Sprache aber auch zu den Dialekten. „Hinter den Plänen steht eine namhafte Stiftung, die aber selbst entscheiden will, wann sie auftritt“, sagte Lobin. Der Geldgeber sei dabei, über die Planung nachzudenken. Dann müssten aber auch bestehende Interessen im Umfeld mitbedacht werden, wie beispielsweise der Sportpark Alter, das Wohnumfeld, die architektonische Qualität sowie der Wunsch nach einem Café und die Verbindung zum Neckar. „Deshalb muss es insgesamt eine übergreifende Planung geben, die nicht wir, sondern nur Profis machen können und die Interessengruppen sich einbringen“, sagte der Direktor. Das Land stelle Planungsmittel zur Verfügung und auch die Leibniz-Gemeinschaft würde bestimmte Teile des Projekts mit ermöglichen. „Doch es besteht noch eine große Lücke im Mosaik, nämlich eine Planung und Beschlussfassung seitens der Stadt Mannheim“, so Lobin.

Vorstellung im Bezirksbeirat

„Das ist das Konkreteste, was ich bisher zu dem Thema gehört habe“, sagte Bezirksbeirat Hans Georg Dech (SPD). Doch er hofft, „dass die Neckarstadt nicht wieder eine Enttäuschung erlebt, wie bei der Stadtbibliothek“. CDU-Ortsverbandsvorsitzender Christian Stalf erklärte: „Drei Punkte sind wichtig: eine dauerhafte Lösung, der Zugang zum Neckar als Erlebnisraum und dass das Haus sinnhaft auch in die Neckarstadt passt.“

Diskutiert wurde über den Fortbestand des Kinder- und Sportparks Alter. Die Einrichtung im Zusammenhang mit der Lokalen Stadterneuerung war von Anfang an als Zwischennutzung gedacht. Bertram Krumm aber „will hier an prominenter Stelle etwas architektonisch Qualitätsvolles, das sich nicht nur an den Stadtteil richtet, sondern Anziehungskraft über die Stadt hinaus hat.“

Doch das ausgezeichnete Sport- und Kulturangebot habe sich inzwischen zum Anziehungspunkt für die Jugend über den Stadtteil hinaus entwickelt, berichteten Philipp Kohl und Robin Lang vom gemeinnützigen Verein Pow, dem Träger des Parks. „Man sollte das Haus der deutschen Sprache und Alter nicht gegeneinander ausspielen, beides hat seine Berechtigung“, sagte Heidrun Kämper (SPD).

Um das Thema demnächst an die Kommunalpolitik heranzutragen, will IDS-Mitarbeiterin Elena Schoppa das Projekt „Haus der deutschen Sprache“ in den nächsten Sitzungen des Bezirksbeirat Neckarstadt-Ost und Neckarstadt-West einmal vorstellen.