Neckarstadt-West

Neckarstadt Sportpark Alter als vorbildliches Projekt beim Wettbewerb der nebenan.de Stiftung zum Landessieger gekürt / Endrunde am 24. Oktober in Berlin

Sportpark am Neckar: Verein Pow erhält Nachbarschaftspreis

Es ist seit zwei Jahren eine Attraktion in Mannheims größtem Stadtteil: der Sportpark Alter auf der südlichen Platzhälfte am Alten Meßplatz. Ballspielfeld, Tischtennisplatte, Skater-Schleife, Fahrradstation und Kiosk: Wo früher Autos parkten, vergnügen sich heute Kinder und Jugendliche aus allen Schichten der Bevölkerung. Jetzt wurde das Projekt am Neckar, das vom Verein Pow ehrenamtlich betrieben und der städtischen Entwicklungsgesellschaft MWSP gefördert wird, von der nebenan.de Stiftung zum Landessieger für den Deutschen Nachbarschaftspreis gekürt.

Lob vom Ministerpräsidenten

Julia Alicka, Philipp Kohl, Wulf Kramer, Robin Lang und Philipp Morlock freuen sich über die Auszeichnung. „Wir sind froh und glücklich über den Preis“, so Vorstand Philipp Kohl auf Anfrage. Die Vereinsmitglieder von Pow e.V. trafen sich in dieser Woche in der Stuttgarter Staatskanzlei mit dem Geschäftsführer der nebenan.de Stiftung, Michael Vollmann, und Mitgliedern der Regierung - allen voran Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Er dankte den Mannheimern für ihren Einsatz und lobte das Projekt: „Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, was man auf die Beine stellen kann, wenn man gemeinsam anpackt“, sagte der Ministerpräsident und wünschte den Mannheimer Erfolg beim Bundeswettbewerb in Berlin.

„Für uns ist dies eine wunderbare Anerkennung unseres ehrenamtlichen Engagements“, betont der Vorstand des Vereins, Philipp Kohl: „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem unterschiedliche Gruppen aus der Nachbarschaft durch Sport und Kultur zusammenfinden, ohne dass dafür irgendjemand etwas bezahlen muss“. Mit dieser Auszeichnung sei Alter nun automatisch für den Bundespreis nominiert, der am 24. Oktober in Berlin verliehen werde, berichtet Mitvorstand Wulf Kramer. Der große Andrang zeige, wie gut eine gemeinwohlorientierte Entwicklung des öffentlichen Raum bei der hiesigen Nachbarschaft ankomme und zeige, was die Neckarstadt brauche. „Mit Alter ist es gelungen, eine Brachfläche zu reaktivieren und damit einen Treffpunkt für den Stadtteil zu schaffen, an dem sich unterschiedliche Generationen und Nationen zusammenfinden“, freut sich Achim Judt, Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft MWSP. „Das Projekt zeigt, wie aus Einzelinitiativen Großes entstehen kann. Von der Idee zum Konzept und vom Konzept zum Projekt: Aus einem angstbesetzten Stadtteilparkplatz entsteht durch das Engagement weniger ein kultureller und sportlicher Mitmachort“, sagt Johannes Fuchs vom Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagements Baden-Württemberg, Mitglied der Landesjury Baden-Württemberg.

Das Freizeitangebot am Alten Meßplatz ist eine Zwischenlösung auf der südlichen Platzhälfte. Künftig soll dort ein seit langem geplanter Neubau (Haus der Deutschen Sprache) als Magnet für die Neckarstadt entstehen. Bis es so weit ist, wird indes überlegt, den Sportpark auf die Fläche des ehemaligen Neckarstädter Bahnhofs auszudehnen. Das Konzept dafür sei eingereicht, berichtet Philipp Kohl: „Nun warten wir auf eine Rückmeldung.“ Dazu brauche es aber ein Budget. Größer Wunsch von Pow ist eine öffentliche Toilette. „Denn es tut uns weh, wenn wir die finanzieren müssen“.

Der Nachbarschaftspreis ist mit 2000 Euro dotiert und kürt herausragende nachbarschaftliche Initiativen und Projekte aus ganz Deutschland. Das Mannheimer Projekt zählt damit zu den 16 besten Projekten des bundesweiten Wettbewerbs. Insgesamt hatten sich über 800 Projekte beworben.