Neckarstadt-West

Neckarstadt-West Bezirksbeirat behandelt auf seiner Sitzung Sanierungsprojekt Neckarvorland

Stadterneuerer verhandeln über Zukunft des „Kaisergartens“

Archivartikel

Seit dem 2. August ist die Neckarstadt-West Sanierungsgebiet. „Dadurch hat die Stadt ein Vorkaufsrecht bei Immobilien, damit sie nicht in falsche Hände kommen“, erklärte Achim Judt von der Arbeitsgruppe Lokale Stadterneuerung (LOS) bei der von Stadtrat Raymond Fojkar (Grüne) geleiteten Sitzung des Bezirksbeirats im Bürgerhaus Neckarstadt-West. Inzwischen werde das ehemalige Gebäude der Sparkasse in der Mittelstraße, das die GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft erworben hat, barrierefrei umgebaut, sagte Judt. Im Frühjahr 2019 kann dort der Bürgerservice einziehen. Und noch eine gute Nachricht: Das Projekt „Kaisergarten“ soll 2019 angegangen werden.

Die Bibliothek im Bürgerhaus bleibt und bildet dann zusammen mit dem Bürgerservice ein Kommunikationszentrum mitten im Stadtteil. Außerdem soll der Straßenraum vor dem Eingang zum Alten Volksbad mit Unterstützung des Architekturbüros YallaYalla als einladendes Entrée gestaltet werden. „Leider sind noch MVV-Leitungen im Weg“, bedauerte Judt. Mit Hilfe von Sanierungsmaßnahmen ist unter anderem auch geplant, das Neckarvorland aufzuwerten. Dazu soll auf der Dammstraße insgesamt der Verkehr auf Tempo 30 reduziert werden. Seit 20. August gibt es dort auch bereits einen barrierefreien Übergang zum Neckarvorland. „Die Frage ist, ob der alte Bolzplatz genutzt wird, wenn er wieder hergerichtet wird“, so Judt.

Nutzung noch nicht festgelegt

Dazu erklärten Bezirksbeirat Roland Schuster (Linke) und Sitzungsleiter Fojkar, bei der Stadtteilkonferenz von 68DEINS für Kinder und Jugendliche hätten sich die Teilnehmer wiederholt gewünscht, dass der Bolzplatz wieder bespielt werden kann. Als Erfolg wertete Judt das Sport- und Bewegungs-Projekt ALTER für Kinder und Jugendliche auf der südlichen Platzhälfte des Alten Messplatzes – als Zwischennutzung umgesetzt vom Verein Pau und dem Architektenbüro YallaYalla zusammen mit der MWSP (wir berichteten). Noch bis Ende Oktober werden dort Spielgeräte kostenlos ausgegeben. Die Projektbetreiber sind dabei, einen Spielplan für den Herbst auszuarbeiten. Im Winter werden die Betriebszeiten von ALTER angepasst. Der Kiosk stellt den täglichen Betrieb ein. Im April 2019 soll dann die Zwischennutzung mit neuen Angeboten fortgesetzt werden.

Bei der Jungbuschbrücke, wo unter anderem Proberäume für Musiker eingerichtet werden sollen, sei man hingegen „noch kein Stück weitergekommen“, bedauerte Achim Judt. Partner werden noch gesucht. Dagegen sei das Jugendbüro im Bürgerhaus Neckarstadt-West bereits eingerichtet und werde vom Verein Neckarstadt Kids genutzt. Die geplante Stelle soll dann im Oktober ausgeschrieben werden.

Zum viel diskutierten Projekt „Kaisergarten“ erklärte Judt: „Es gibt konkrete Verhandlungen mit der katholischen Kirche.“ Das Erbbaurecht werde die GBG übernehmen. Die Nutzung müsse allerdings noch festgelegt werden. Der Projektentwickler geht von einem Vertragsschluss noch dieses Jahr aus. Er hofft, dass es „2019 an die Realisierung gehen kann“. Bezirksbeirat Christian Stalf (CDU) und Stadtrat Reinhold Götz (SPD) freute es, dass es beim „Kaisergarten“ voran geht, um dringend notwendige neue Räume für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Robin Lang vom Architekturbüro YallaYalla stellte zwei weitere Projekte vor: Durch das Projekt „Aktionsfonds für urbane Interventionen in Angsträumen“ soll bürgerschaftliches Engagement mit finanziellen Mitteln unterstützt werden. Auslöser und Hintergrund gewesen sei ein Festival an der Haltestelle Fortschritt – ein Angstraum, wo eine junge Studentin missbraucht und ermordet worden war. Insgesamt 50000 Euro stehen 2019 für jeweils drei bis sechs Initiativen oder Bürger in den Stadtteilen Rheinau, Innenstadt/Jungbusch und Neckarstadt bereit, die Ideen haben für den öffentlichen Raum – mit Option für ein weiteres Jahr.

Kreative Ideen für Leerstände

Ein weiteres Projekt ist „Startraum“, das Leerstands- und Zwischenutzungsmanagement der Stadt. „Ziel ist es hierbei, leerstehende Läden, Büro- und Atelierflächen für kreative Zwischennutzungen zu öffnen und damit neue Möglichkeiten für Gründer, Kreative und Künstler aufzeigen“, so Lang. „Startraum“ wird von der Wirtschaftsförderung, der MWS, Startup Mannheim und dem Kulturamt unterstützt.