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Auf dem Weg zur Eintagsfliege

Archivartikel

Indie-Pop: Der Island-Export Of Monsters And Men bleibt auch mit „Feverdream“ weit hinter seinen Möglichkeiten

Ganze acht Jahre ist es nun schon her, dass die isländische Indie-Combo Of Monsters And Men mit ihrem bläsergetriebenen Monster-Hit „Little Talks“ die Pop-Welt eroberte. Auch das dazugehörige Album „My Head Is An Animal“ verkaufte sich berechtigterweise prächtig, da es mit seinen Folk-Melodien und knarzigen Ideen den Nerv der Zeit traf. Doch seitdem konnte das Quintett von der Vulkaninsel nicht mehr an den großen Erfolg anknüpfen und auch das jüngste Album „Feverdream“ verstärkt die Gefahr, dass sich „Little Talks“ in die lange Reihe der One-Hit-Wonder einreihen wird.

Die neue Scheibe der Isländer ist zwar kein Totalausfall und lässt sich schmerzfrei durchhören. Doch wer weiß, zu was Of Monsters And Men schon in der Lage waren, muss sich wundern, wo der einstige Esprit der Band hingekommen ist. So geht der Opener „Alligator“ zwar noch als energetischer Electro-Rock durch, aber gerade die unnötigen Spielereien aus der Steckdose bringen die Band keinesfalls nach vorn, sondern führen an der Hand von Produzent Rich Costey mit Tracks wie „Ahay“ oder Róróró“ nur noch tiefer in die Beliebigkeit des modernen Radio-Pop. Tempowechsel sucht der verzweifelte Fan ebenso vergeblich wie den entscheidenden Aha-Moment. Die Grundfarbe bleibt beige.

Im Ohr verharrt allenfalls noch die nette Melodie von „Sleepwalker“ – und hätten Ragnar Thorhallsson und Nanna Bryndís Hilmarsdóttir nicht so charakteristische Stimmen, wäre so mancher Song auch auf einem alten Roxette-Album nicht aufgefallen. So gerät dieser vermeintliche Fiebertraum allenfalls zu einer besseren Einschlafhilfe. Schade, für eine Band mit so viel kreativem Potenzial. (Universal) th

Unsere Note: ★ ★

 

(Mächtig mies) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)