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Die nachdenkliche Seite steht ihr gut

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PoP: Taylor Swifts Album „Lovers“ schwelgt gekonnt in Jugenderinnerungen

„Wir sind, was wir lieben“, schreibt Taylor Swift im Vorwort ihres siebten Albums. Die 29-Jährige hat in ihren Tagebüchern geblättert und entdeckt, wie glücklich sie als Teenie doch war. Sie verspricht, sich fortan nur noch den schönen Dingen zu widmen, bei denen sie sich gut fühlt. So gesehen könnte man ihre erste Single-Auskopplung „Me“ glatt als Aufruf zur Selbstliebe verstehen – nicht zu verwechseln mit Eitelkeit.

Es ist der fröhlichste Song des Albums und handelt natürlich von Taylor, die schwört: „Du wirst niemals jemanden finden, der dich so liebt wie ich.“ Ansonsten geraten ihre persönliche Erinnerungen zu einer sentimentalen Collage einer Jugendzeit, in der alles noch so unbeschwert und hoffnungsvoll war. Mit Themen wie der ersten Teenie-Highschool-Liebe („Miss America & The Heartbreak Prince“), einer Affäre auf Klassenfahrt („London Boy“), verträumter Zeit der Zweisamkeit („Cornelia Street“) oder dem ersten Trennungsschmerz („Death By A Thousand Cuts“) liegt sie thematisch genau auf der Wellenlänge ihrer jungen Hörer.

Diese bereitete Taylor mit einer Million Vorbestellungen noch vor Erscheinen des neuen Albums ein Rekordergebnis. Dabei lässt die Sängerin überwiegend leise, fast schon sentimentale Töne anklingen. Handclaps, Fingerschnippen, hier ein Cello, dort ein Saxofon-Intro oder der feierliche Klang einer Trompete – die überwiegend sparsam eingesetzte Instrumentierung unterstreicht Taylors eigentümliche Form des Sprechgesangs, Hall- und Choruseffekte verleihen ihrer Stimme zusätzliche Tiefe.

Gerade langsamere Stücke wie „The Archer“ entfalten in ihrer Intensität eine meditative Wirkung. Auch „Soon You’ll Get Better“ und „False God“ sind eher nachdenkliche Songs. Diese introvertierte Seite steht Taylor Swift gut. Aber ganz ohne politisches Statement kommt auch „Lovers“ nicht aus. In „You Need To Calm Down“ kritisiert die Sängerin Hass-Botschaften gegenüber Schwulen und Lesben. Bezeichnenderweise ist sie genau für das Video zu diesem Song mit einem MTV Music Award ausgezeichnet worden. (Republic) dir

Unsere Note: ★ ★ ★ ★

 

(Muntermacher) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)

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