Neue Alben

Die neue Lust am Tanzen

Pop: Mit „Rare“ kehrt Selena Gomez trotz aller Rückschau erstaunlich munter zurück

Seit ihrem letzten Album „Rare“ (2015) hat Selena Gomez vor allem mit einzelnen Single- Hits und Schlagzeilen aus ihrem Privatleben auf sich aufmerksam gemacht, die auf keine einfache Zeit schließen lassen. Schwere Autoimmun-Erkrankung samt Nierentransplantation, psychische Probleme, das Liebes-Aus mit Justin Bieber – und das alles unter dem Lupenglas von 165 Millionen Followern in den sozialen Medien. Daraus könnte es durchaus düsteres Album resultieren, doch mit „Rare“ meldet sich die 27-Jährige erstaunlich selbstbewusst und optimistisch zurück. Und: Der einstige Disney-Star hat offenbar wieder richtig Lust am Tanzen bekommen.

Der Blick zurück bleibt dabei natürlich nicht aus. Auf wen „Lose You To Love Me” gemünzt ist, bleibt da alles andere als geheimnisvoll. Doch die etwas schnulzige Piano-Ballade ist musikalisch eher die Ausnahme auf dem neuen Gomez-Album. Zwar drehen sich auch die anderen zwölf Tracks hauptsächlich um alte Zöpfe, neue Wege und die große Kunst, loszulassen, doch das gießt Gomez vornehmlich im Midtempo mit viel R&B und Electro in eine Therapiestunde der tanzbaren Art, die zuletzt Taylor Swift vorgelebt hat.

Der Titeltrack gibt da gleich selbstbewusst die Richtung vor, „Dance Again“ pulsiert auf den Ruinen einer gescheiterten Beziehung, „Look At Her Now“, soll die neue Gomez zeigen und „Cut You Off“ zählt wohl zu den luftigsten Hymnen übers Schlussmachen seit langem.

Stimmliche Fortschritte

Selbst stimmlich macht Selena Gomez auf „Rare“ Fortschritte. Von einem vokalistischen Schwergewicht ist die Texanerin zwar weiter deutlich entfernt, aber immerhin wird mittlerweile auf die pubertären Seuzfer verzichtet, die einer 27-Jährigen auch nicht mehr angemessen sind.

Auch das sind Anzeichen dafür, dass Selena Gomez noch lange nicht am Ende ihrer musikalischen Entwicklung ist. Mit „Rare“ dürfte sie bislang aber am nächsten bei sich selbst sein. (Interscope) th

Unsere Note: ★ ★ ★ ★

 

(Muntermacher) von 6 SternenHirschhausen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)

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