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Kesha liebt es, „fuck“ zu singen

Archivartikel

Pop: Das neue Album „High Road“ ist für Party-Musikhörer geeignet – leider aber auch nur für diese

Die allen bekannte „Tik Tok“-Kesha zeigt sich wieder. Und zwar ganz genauso, wie man es von ihr gewohnt ist: wild, dreckig, voller Sex und Fuck-Sprüchen. Die 32-jährige Sängerin ist kein Bilderbuch-Popstar. Mit „Tik Tok“ (2009) wurde sie weltweit bekannt. Danach hörte man nur noch wenig von ihr. Aber es scheint, als sei das so gewollt.

Teils unkreativ

„Ich liebe es, in all meinen Liedern ,fuck’ zu singen“, heißt es in „Shadow“. Klar, dass sie damit nicht bei allen gängigen Radiosendern rauf und runter läuft. Dann sagt sie außerdem: „Wenn du mich nicht magst, kannst du mich mal …“. Alles klar, wird gemacht.

Denn Keshas neues Album „High Road“ ist teilweise schön gequält. Alle Party-Lieder klingen irgendwie gleich, und zwar genauso wie ihr One-Hit-Wonder-Hit. Keshas „Tik Tok“-Uhr tickt also weiter. Zwar übernimmt sie immer wieder Teile der momentan populären Musikstile – R&B, Rap, Synthie-Pop, Dance. Mehr geht da dann auch nicht.

Aber halt! Da kommen ja dann auch noch romantisch wirkende Liebeslieder daher. Lagerfeuer-Gitarre und sanfte Töne aus Keshas Kehlchen. Aber sowohl melodisch als auch textlich wirken diese Songs vollkommen unkreativ und, ja, langweilig. Wären da ein paar weniger Schimpfwörter, und würde Kesha nicht ständig nur über Alkohol und Drogen singen – ja, dann wäre es sogar möglich, dass sie mit ihrer wilden und quietschigen Art auch mal bei einigen Radiosendern laufen würde.

Denn diese poppige Feiermusik macht schon auch irgendwie Laune. Die gerappten Parts bleiben im Ohr, soulige R&B-Stücke wie „Honey“ machen auch Spaß. Wenn man sich nicht mit Texten und musikalischen Besonderheiten auseinandersetzen mag, ist Kesha eine coole Pop-Künstlerin. Also mal ehrlich: Wer achtet schon auf den Text? Fazit: für Musik-Kritiker ein Graus, für Spaß-Musikhörer eine ganz ordentliche Platte. (Cowboy Blues/Sony Music)

Unsere Note: ★ ★ ★

 

(Mittelmäßig) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)

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