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Mit etwas Anlauf auf die Überholspur

Singer/Songwriter: Der Ire Dermot Kennedy ist der nächste heiße Anwärter auf den Thron der Reibeisen-Troubadoure

Angesichts der Tatsache, dass der Ire Dermot Kennedy schon seit rund vier Jahren präsent ist und sich sogar in der Zielgruppe relevanter Fürsprecher von Taylor Swift bis Alice Merton erfreuen durfte, hat sein Debütalbum ziemlich lange auf sich warten lassen. Doch dafür kommt „Without Fear“ nun auf der Überholspur. Sein aktuelles Hit-Duo „Power Over Me“ und „Outnumbered“ dürfte nur der Vorbote für den kommerziellen Erfolg dieser Platte sein.

Herausragende Stimme

Und tatsächlich: Wer sich an den beiden Vorab-Singles nicht satthören kann, bekommt mit „Without Fear“ weiteres Material dieser Machart, mit der zuletzt schon Lewis Capaldi ordentlich abräumte. Den 27-Jährigen aus dem Südwesten Dublins nun aber über einen Kamm mit den ganzen Ed-Sheeran-Nachfolgern im Gewand des einfachen Jungen von nebenan scheren zu wollen, wäre zu einfach.

Er hat schließlich eine Stimme, die aufhorchen lässt. Wenn Rod Stewart Ire wäre, hätte er wohl einen Neffen wie ihn. Und dieses Pfund nutzt Kennedy, um nicht nur offenherzig und emotional die üblichen Geschichten von Verlust, Trennung und Liebesschwüren zu schmettern, sondern auch etwas tiefer zu gehen („The Corner“). Die teuer und mit feinem Händchen von Mike Dean (Jay-Z, Kanye West) polierten Hip-Hop-Beats („Moments Passed“) fallen ebenfalls aus dem erwartbaren Rahmen, der die 13 Songs sonst souverän zusammenhält.

Und während böse Zungen hier nur eine weitere pathetische Playlist fürs Standesamt wittern, sollte Kennedy eines auf keinen Fall abgesprochen werden: Mut zu einfacher Menschlichkeit und ein Organ, auf das viele einfach nur neidisch sein können. (Universal) th

Unsere Note: ★ ★ ★ ★

 

(Muntermacher) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)

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